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Was tun, wenn's brennt?

Stark besetzter und qualitätsbewusster Ensemblefilm über solide gewordene Hausbesetzer, die sich ihrer Vergangenheit stellen müssen.


Was tun, wenn's brennt?

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Erhältlich seit:
03.09.2002

Komödie/ Thriller

Deutschland 2001
Laufzeit: 97 Min.
FSK: ab 12

Til Schweiger
Doris Schretzmayer
Martin Feifel

Regie: Gregor Schnitzler
Sony Pictures Home Entertainment (SPHE)

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Was tun, wenn's brennt?

Nach dreizehn Jahren geht unglücklicherweise in einer Villa eine Bombe in die Luft, die einst von sechs befreundeten Punks und Hausbesetzern gelegt wurde. Diese werden nun von der unliebsamen Vergangenheit eingeholt. Jetzt muss ein damals beim Bombenbau gedrehtes und von der Polizei sichergestelltes Video aus dem Verkehr gezogen werden, bevor man es dort sichtet. Während zwei der Täter immer noch im linken Milieu leben, sind aus den anderen anständige Bürger geworden. So prallen ideelle und gesellschaftliche Fronten aufeinander...

Gregor Schnitzler, dem man seine Clipregisseur-Vergangenheit nicht nur am exzellenten Soundtrack (darunter Radiohead) anmerkt, vereint in seinem ersten abendfüllenden Kinofilm eine packende Story mit einem überzeugenden Darstellerensemble. Til Schweiger und Martin Feivel als Vollblut-Anarchos bieten einen beeindruckenden Kontrast zum gutbürgerlich-Schicki-Micki-Kreis bestehend aus Sebastian Blomberg, Nadja Uhl, Matthias Matschke und Doris Schretzmayer. Ein unterhaltsamer politischer Krimi mit Tiefgang.

Was tun, wenn's brennt?

Ein stark besetztes Ensemblestück, das wie schon "Anatomie" von der Deutschen Columbia Pictures Filmproduktion im Team mit Claussen & Wöbke mit Qualitätsanspruch vor und hinter der Kamera auf den Weg gebracht wurde, stellt die ewige Frage nach der Kluft zwischen Gestern und Heute, nach verwirklichten Idealen oder Selbstverrat, nach dem Gefühl angekommen zu sein oder auf den Platz im Leben warten zu müssen. Mit Humor, Action, aber auch Melancholie stellt sich "Was tun, wenn's brennt" der vom nationalen Kino häufig vernachlässigten Aufgabe, Unterhaltung in zeitgeschichtliche Themen einzubinden. Der Publikumspreis beim Filmfest in Lünen, der letztes Jahr an "Jetzt oder Nie" ging und damit einem späteren Kinoerfolg prophetisch den Weg wies, deutet an, dass es nicht nur beim Anspruch der Filmemacher geblieben ist.

Wie man durch Erinnerungen, aber nicht nur dadurch von der Vergangenheit eingeholt werden kann, zeigt das handwerklich überzeugende Kinodebüt des erfahrenen Clipregisseurs Gregor Schnitzler schon in seinen ersten Einstellungen. Mit Bildern von einer Straßenschlacht im Berlin des Jahres 1987 werden die Hauptfiguren des Films vorgestellt, die wenig später mit einer Bombe Marke Eigenbau, deponiert in einer Grunewalder Villa, ein Zeichen setzen will, das aber erst 13 Jahre später wahrgenommen werden wird. Als die Bombe durch eine beschädigte Gasleitung schließlich hochgeht, sind im Jahr 2000 aus den Punks und Hausbesetzern von damals Säulen des bürgerlichen Lebens geworden, die als Mutter, Geschäftsfrau, Staatsanwalt oder Werbeprofi so weit wie möglich Vergangenheit und Ideale hinter sich gelassen haben. Til Schweiger und Martin Feifel (als Hölderlin die Entdeckung aus Nina Grosses "Feuerreiter") spielen die Rebellen von damals, die als Einzige auch heute noch heute in einem besetzten Haus Widerstand leben. Die zwischenmenschliche Dynamik des Films resultiert aus der Begegnung von Anpassung und Verweigerung und wird aktiviert, als die Cops unter ihrem von Klaus Löwitsch gespielten Kampfhund einen Film sicherstellen, der die Gruppe beim Bau der Grunewalder Bombe zeigt. So kommt es, um die Enttarnung zu verhindern, zur Reunion - zur komischen, melancholischen und auch eine Spur romantischen Gegenüberstellung der Realitäten, Einstellungen und Persönlichkeiten. Den sehnsüchtigen Ton unterstreichen Bildermontagen zu starken Songs von Radiohead und den Manic Street Preachers, bei denen Regisseur Gregor Schnitzler seine beruflichen Wurzeln verrät. Für Action sorgt der deponierte Film, der vor seiner Sichtung vernichtet werden muss, und für einen Hauch Romantik die Hoffnung Til Schweigers, mit seiner großen Liebe vielleicht doch einen gemeinsamen Weg zu finden. Dabei zeigt "Was tun, wenn's brennt" die größte Lebendigkeit, wenn Selbstironie und Zynismus, meist vereint in der Person des unsentimentalen Werbestrategen Maik ("Arschlöcher gehören doch auch dazu"), ihren Platz finden, oder Klaus Löwitsch als gewohntes Naturereignis sein Revier markiert. Dank guter Arbeit vor und hinter der Kamera erweckt der Films insgesamt also nicht die Frage, die er sich in seinem Titel stellt. Denn wirklich angebrannt wirkt hier eigentlich nichts. kob.

Darsteller:  Til Schweiger   als Tim
  Doris Schretzmayer   als Flo
  Martin Feifel   als Hotte
  Nadja Uhl   als Nele
  Sebastian Blomberg   als Maik
  Matthias Matschke   als Terror
  Klaus Löwitsch   als Manowsky
  Devid Striesow   als Henkel
  Barbara Philipp   als Pritt
  Jamie Schuricht   als Melli
  Aykut Kayacik   als Bülent
  Hubert Mulzer   als Polizeipräsident
  Oliver Mommsen   als Konrad
  This Maag   als Schmitz
  Johanna von Halem   als Agentur-Assistentin
  Sandra Nedeleff   als Maklerin
  Tim-Owe Georgi   als Staatssekretär
  Johanna Rudolph   als Malerin
 
Regie:  Gregor Schnitzler  
Buch:  Stefan Dähnert  
  Anne Wild  
Musik:  Stefan Zacharias  
  Stephan Gade  
Kamera:  Andreas Berger  
Produzent:  Andrea Willson  
  Jakob Claussen  
  Thomas Wöbke  

Deutscher Filmpreis, die 52te

Auch das Publikum kann Preise vergeben: Die diesjährigen Kandidaten für den Deutschen Filmpreis.

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Nominiert als Bester Spielfilm: "Nirgendwo in Afrika"

Minister Julian Nida-Rümelin, der aus seiner Vorliebe für die deutsche Kinokultur kein Hehl macht, gab am Freitag den 19. April im Berliner Hotel Adlon die Nominierungen bekannt. Durch den Abend führte die Leipziger Darstellerin Manon Straché.

Der kürzlich verstorbene Billy Wilder wurde von Journalist und Schriftsteller Hellmuth Karasek und von Regisseur Volker Schlöndorff mit einem persönlichen Nachruf bedacht.

Ganz heiß - der Publikumspreis: Am 26. April startet das Gewinnspiel um die beiden Auszeichnungen "Deutscher Kinofilm des Jahres" und "Schauspielerin bzw. Schauspieler des Jahres". Einsendeschluss ist der 1. Juni 2002, mitmachen kann man unter www.deutscherfilmpreis.de.

Die Nominierungen

Bester Spielfilm: "Bella Martha", "Halbe Treppe", "Heaven", "Nirgendwo in Afrika", "Das weiße Rauschen" und "Wie Feuer und Flamme".

Bester Dokumentarfilm: "Black Box BRD", "A woman and a half - Hildegard Knef"

Bester Kinder- und Jugendfilm: "Hilfe, ich bin ein Fisch", "Das Sams"

Beste Hauptdarstellerin: Karoline Eichhorn für "Der Felsen", Martina Gedeck für "Bella Martha", Juliane Köhler für "Nirgendwo in Afrika"

Bester Hauptdarsteller: Daniel Brühl für "Nichts bereuen", "Das weiße Rauschen" und "Vaya con dios". Ulrich Noethen für "Das Sams". Antonio Wannek für "Der Felsen" und "Wie Feuer und Flamme".

Beste Nebendarstellerin: Anabelle Lachatte für "Das weiße Rauschen", Eva Mattes für "Das Sams". Marie-Lou Sellem für "Mein Bruder, der Vampir", " Nichts bereuen" und "Hilfe, ich bin ein Junge!".

Bester Nebendarsteller: Martin Feifel für "Was tun, wenn's brennt?", Remo Girone für "Heaven" und Matthias Habich für "Nirgendwo in Afrika"

Beste Regie: Andreas Dresen für "Halbe Treppe", Dominik Graf für "Der Felsen" und Caroline Link für "Nirgendwo in Afrika".

2,815 Millionen Euro stehen gesamt als Prämien für die 16 Preise aus - 10.000 davon gehen sicher an Michael "Bully" Herbig für "Der Schuh des Manitu": Er wird für seinen Erfolg mit einem Sonderpreis der Jury geehrt, dem Filmpreis in Gold.

Die 52. Verleihung des Deutschen Filmpreises findet am 14. Juni 2002 im Berliner Tempodrom am Anhalter Bahnhof statt. Die Zusammenfassung der Gala zur Verleihung des Deutschen Filmpreises wird am 16. Juni 2002 von Sat.1 um 20.15 Uhr ausgestrahlt.

 

Was tun, wenn's brennt? in der Fotoshow

 

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