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Was will ich mehr

Silvio Soldini ("Brot und Tulpen") erzählt die Geschichte einer verbotenen Leidenschaft zwischen Trivialität, Sex und Schuldbewusstsein - "Intimacy" auf Italienisch.


Was will ich mehr

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.03.2011

Originaltitel: Cosa voglio di più

Drama/ Erotik

Italien/Schweiz 2010
Laufzeit: 120 Min.
FSK: ab 16

Alba Rohrwacher
Pierfrancesco Favino
Giuseppe Battiston

Regie: Silvio Soldini
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

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Was will ich mehr

Anna kann eigentlich zufrieden sein mit ihrem Leben. Im Job läuft alles rund, ihr Lebensgefährte ist sympathisch und möchte Nachwuchs. Doch ein viriler Kellner hat es ihr angetan. Bald landen die beiden einmal die Woche im Stundenhotel. Der fantastische Sex reicht Anna irgendwann nicht mehr, sie will eine Beziehung. Alles wird komplizierter. Denn der Lover hat nicht nur eine eifersüchtige Frau, sondern auch zwei Kinder.

Keine verhängnisvolle Affäre, sondern eine alltägliche erzählt Silvio Soldini in diesem erwachsenen Beziehungsdrama, das in Thema und Machart Ähnlichkeiten zu "Intimacy" aufweist. Mit beweglicher Handkamera und bei natürlichem Licht folgt er seinen Protagonisten durch ihren Alltag und beim Sex. Eine zarte Flüchtigkeit lässt einige Längen und Redundanzen vergessen und macht den kleinen Film, der wie Soldinis "Brot & Tulpen" und "Tage und Wolken" um das Thema Befreiung und Neuanfang kreist, groß.

Was will ich mehr

Silvio Soldini erzählt die Geschichte einer verbotenen Leidenschaft zwischen Trivialität, Sex und Schuldbewusstsein - "Intimacy" auf italienisch.

Keine verhängnisvolle Affäre, sondern eine alltägliche, die so oder so ähnlich passieren kann. Wie aus heiterem Himmel, unvorhergesehen, unheimlich. Dabei geht es Anna gut, im Job läuft alles rund, ihr Lebensgefährte bastelt im Haus und wälzt im Bett gerne dicke Bücher, möchte Nachwuchs und kann sich keine Untreue vorstellen. Ein viriler Kellner hat es ihr angetan und nach einigen vergeblichen Sex-Versuchen in Hauseingängen oder im Büro landen sie einmal die Woche im Stundenhotel. Der fantastische Sex reicht Anna irgendwann nicht mehr, sie will eine Beziehung, was die Angelegenheit kompliziert, denn der Lover hat nicht nur eine eifersüchtige Frau, sondern auch zwei Kinder.

Silvio Soldini belässt die Figuren - von den betrogenen Partnern bis hin zu den Liebenden - in ihren Widersprüchen und Schwächen, kreist erneut um das Thema Befreiung und Neuanfang. In "Brot und Tulpen" startet eine Hausfrau in ein neues Leben, weil sie den Reisebus verpasst, in "Tage und Wolken" muss sich ein Ehepaar nach dem sozialen Absturz neu orientieren. Und auch hier steht eine Frau am schicksalhaften Scheideweg.

Zwar vermeidet das offene Ende eine Radikalität wie Patrice Chéreaus "Intimacy", lässt aber den Schmerz über zerplatzte Träume fühlen, das gefährliche Minenfeld der Leidenschaft. Die Geschichte ohne moralisierenden Endzweck wird aus der Perspektive ganz normaler Menschen erzählt, die in Geldnot stecken und nicht - wie oft in Liebesfilmen vorgegaukelt wird - einfach den Gefühlen folgen können. Die Realität hat sie fest im Griff, erlaubt nur kleine Fluchten.

Schon in der Farbgebung zeigen sich zwei konträre Welten, die grauen Bilder der Mailänder City, die warmen Töne beim Sex im Liebesnest oder bei einem Wochenendtrip nach Tunesien. Durch die bewegliche Handkamera und den Einsatz von natürlichem Licht entsteht große Authentizität, die Kamera folgt den Schauspielern, nimmt an ihren Handlungen teil, die sehr offensiven Sexszenen wirken beiläufig und nicht inszeniert. Eine zarte Flüchtigkeit lässt einige Längen und Redundanzen vergessen und macht den kleinen Film groß. mk.

Darsteller:  Alba Rohrwacher   als Anna
  Pierfrancesco Favino   als Domenico
  Giuseppe Battiston   als Alessio
  Teresa Saponangelo   als Miriam
  Monica Nappo   als Chicca
  Tatiana Lepore   als Bianca
  Sergio Solli   als Domenicos Schwiegervater
  Gisella Burinato   als Tante Ines
  Gigio Alberti   als Dr. Morini
  Fabio Troiano   als Bruno
  Francesca Capelli   als Agnese, jung
  Danilo Finoli   als Ciro, jung
  Martina de Santis   als Isa
  Leonardo Nigro   als Vincenzo
  Mauro Marino   als Annas Vater
  Adriana de Guilmi   als Annas Mutter
  Raffaella Onesti   als Vincenzos Mutter
  Teresa Acerbis   als Eliana
  Clelia Piscitello   als Domenicos Schwiegermutter
  Ninni Bruschetta   als Domenicos Bruder
  Bindu de Stoppani   als Enrica
  Carla Chiarelli   als Carla
  Claudia Coli   als Monica
 
Regie:  Silvio Soldini  
Buch:  Silvio Soldini  
  Doriana Leondeff  
  Angelo Carbone  
Musik:  Giovanni Venosta  
Kamera:  Ramiro Civita  
Produzent:  Lionello Cerri  
 

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