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Kaufvideo
Erhältlich seit:
07.05.2010
Dokumentarfilm/ Gesellschaft
Deutschland 2008
Laufzeit: 78 Min.
FSK: ab 0 (ohne Altersbeschränkung)
Regie: Susan Gluth
WVG Medien

Drei Frauen malochen in einer Hamburger Wäscherei für kargen Lohn teils unter Sozialhilfeniveau. Susan Gluth dokumentiert zeitgenössische Leben mit Mindestlohn.
In aller Herrgottsfrüh beginnt der Schichtdienst in der Textilpflege Utecht, einer in die Jahre gekommenen Wäscherei im Hamburger Stadtteil Flottbek. Die Arbeit ist hart, der Dampf treibt die Temperaturen hoch, das rhythmische Stampfen der Waschmaschinen und Mangler verursacht einen konstant unangenehmen Lärmpegel. Schwierige Bedingungen. Und doch wuchten vor allem Frauen wie Tatjana Beth, Gerta Franzen und Monika Schückher die nasse Wäsche hoch. Ergebnis eines Kräfte zehrenden Arbeitstages ist völlige Erschöpfung. Als ungelernte Arbeiterinnen mit wenig Bildung oder aus sozial schwachen Familien kommend, müssen sie schuften, um zu (über)leben. Erst recht in einer Gegenwart fortgeschrittener globaler Konkurrenz, die Löhne wie Erträge drückt. Auch Chef Günter Utecht muss knallhart kalkulieren und investiert in einen Umbau, um die Zukunft der nächsten Jahre betrieblich zu sichern.
Susan Gluth betrachtet den Alltag der drei Frauen ohne vordringlichen Reportage-Gestus, zeigt erkennbar Respekt vor ihren - nicht nur körperlichen - Leistungen. Anstatt dem Staat auf der Tasche zu liegen, wollen sie auf eigenen Füßen stehen. Damit schleichen sich ganz unakademisch Begriffe wie Menschenwürde in das lebensnahe Porträt bar aller Berührungsängste ein. Mit heimeliger Musik von Nils Koppruch und dem einen oder anderen deutschen Rock- und Popsong ergibt sich ein Einblick ins Private der Menschen. Alle hoffen auf ihr kleines Glück, erzählen von schwierigen Trennungen und bescheidenen Träumen in ihren beengten Wohnungen, wo sie jeden Cent drei mal umdrehen. Ganz unheroisch und unglamourös sind sie, diese drei unbeachteten Heldinnen der Arbeit. tk.
"Wasser und Seife" erzählt von der Würde der Menschen in Zeiten der Globalisierung und vom Glück, das manchmal gar nicht so leicht zu finden ist. Am Ende bleibt die Hoffnung, es könnte - warum auch nicht? - einmal besser werden. Tatjana, Gerti und Monika arbeiten schwer in einer in die Jahre gekommenen Wäscherei in Hamburg. Ihr Verdienst ist gering und die Folgen der Globalisierung wecken beim Zuschauer Zweifel, ob es in naher Zukunft einmal besser wird. Sie meistern ihren mühsamen Alltag trotz allem mit Würde, stille Heldinnen der Hoffnung, die sich hin und wieder ein kleines Stück vom Glück erobern. In der Wäscherei dampft und zischt es bereits, wenn die Arbeiter im verqualmten Pausenraum ihre Morgenzigaretten ausdrücken. Es ist 7.00 Uhr, die Arbeit beginnt. Während die energische Tatjana noch müde die feuchten Servietten in die fauchende Mangel steckt, kämpft die zurückhaltende Gerti mit Büstenhaltern, die sich im Waschnetz verfangen haben. Oben dröhnt und vibriert es, das Dach der Wäscherei wird erneuert. Hinten wummern die großen Wäschetrockner und im Keller werden krachend die alten Wasserleitungen rausgerissen. Ein Ventil verstopft - das Chaos ist perfekt. Der Chef sucht fluchend nach dem Telefon, um die nötigen Handwerker zu erreichen und Monika beißt schulterzuckend in ihr Käsebrot: "Der Tach hat schon so blöde angefangen heut' Morgen ..." Monika wohnt in Wilhelmsburg. Von hier aus blickt man auf die andere Seite der Elbe, dort wo die wohlhabenden Menschen leben und auch die Wäscherei liegt. Seit 20 Jahren fährt Monika mit Bus und Bahn 1,5 Stunden hin und am Abend wieder zurück. Danach ist sie meist so erschöpft, dass ihr abends auf dem Sofa die Stricknadeln aus der Hand fallen. Heute bleiben ihr nach Abzug von Miete, Strom und Wasser 150,- Euro zum Leben. Die Hitze macht Bonnie zu schaffen. Der betagte Terrier keucht in Monikas Einkaufswagen. Später lässt er sich von ihr die gebohnerte Treppe zur Sozialwohnung hochziehen. Oben angekommen begrüßen sie vier Nymphensittiche mit lautem Gesang, doch die alte Frau muß kurz verschnaufen, bevor sie den Vögeln das Futter hinstellt: "Mausersalz is zu teuer, da kann ich auch Zucker nehm, hat die ausm Zooladen gesacht". Dann bekommt Bonnie seine Herztabletten. Für Monika ein Luxus, für den Hund eine Notwendigkeit, sonst wird er seinen zwölften Geburtstag vielleicht nicht mehr erleben. Sie wollen ihn feiern, mit neuem Halsband und Schweinebraten. Der Film rückt die unbeachteten Helden der Arbeit liebevoll in den Vordergrund. Der Zuschauer nimmt mit Bewunderung und Verblüffung am Alltag der drei Arbeiterinnen teil, die, wie viele andere Arbeiter an der Basis unserer Gesellschaft, jeden Tag aufs Neue um ihre Existenz kämpfen. Am Chef liegt es nicht: "Wenn ich könnte, würde ich denen auch 3-4 Euro mehr zahlen. ... aber der Markt gibt das einfach nicht mehr her."
Quelle: WVG Medien
Interview mit Regisseurin
NDR TV-Interview
extra Musiktitel
Trailershow
Quelle: WVG Medien
| Regie: | Susan Gluth | ||
|---|---|---|---|
| Buch: | Susan Gluth | ||
| Musik: | Nils Koppruch | ||
| Kamera: | Susan Gluth | ||
| Produzent: | Susan Gluth | ||
Wasser und Seife in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Deutsch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Englisch
Bildformat: 1:1,78/16:9
Extras: Interviews, Musikvideo, Trailer
Interview mit Regisseurin
NDR TV-Interview
extra Musiktitel
Trailershow
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