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Leihvideo
Erhältlich seit:
06.08.2009
Originaltitel: Watchmen
Großbritannien/USA 2009
Laufzeit: 156 Min.
FSK: ab 16
Malin Akerman
Billy Crudup
Matthew Goode
Regie: Zack Snyder
Paramount Home Entertainment

Alan Moore hatte es nie besser: Zack Snyder erzählt seine epochale Comic-Saga als düster-komplexes Desastermovie, in dem es keine (Super-)Helden gibt.
In einer frühen Szene von Zack Snyders Verfilmung des kultisch verehrten Comicromans von Alan Moore (mit Illustrationen von Dave Gibbons) erklingt "99 Luftballons". Das ist programmatisch zu verstehen. Tatsächlich wagt der Regisseur von "300" einen ähnlichen Drahtseilakt wie Nenas unwiderstehlicher Hit über einen harmlosen Vorfall, der beinahe den Dritten Weltkrieg auslöst: Sein epischer Abstecher in ein paralleles 1985, in dem Amerika den Vietnamkrieg gewonnen hat, Nixon zum fünften Mal zum US-Präsidenten gewählt wurde und der Atomkrieg zwischen den USA und der UdSSR unvermeidlich scheint, will ebenfalls purster Pop sein, aber eben mit Message. Massentauglich, aber mit Hirn; eingängig, aber clever; mitreißend, aber nachdenklich. Und nebenher auch noch visionäres, wegweisendes Kino an der oberen Grenze des aktuell technisch Machbaren, das den gordischen Knoten mit bloßer Fingerfertigkeit zu öffnen versucht, oder genauer gesagt: das Unverfilmbare zu verfilmen. So nämlich hatte Alan Moore seine legendäre Dekonstruktion des Superheldengenres explizit konzipiert: mit einer so komplexen und verschlungenen Erzählstruktur, diversen Handlungssträngen und Zeitebenen, Querverweisen und Fußnoten, dass eine filmische Adaption von Vornherein schier zum Scheitern verurteilt sein musste. Dass nun ausschließlich die Laufzeit von knapp 160 Minuten die einzige Einschränkung bei der werkgetreuen Umsetzung dieser düsteren Utopie, die vom Time Magazine als einziges Comic in die Liste der bedeutendsten literarischen Werke des 20. Jahrhunderts aufgenommen wurde, ist, sollte selbst der notorische Stinkstiefel Moore zumindest goutieren können.
Mit einem Höchstmaß an Respekt vor der Vorlage hat Snyder mit einem aus allen Zylindern feuernden Kreativteam die ausufernde Geschichte nicht nur filmisch geknackt, sondern auch ihre Essenz bewahrt, ihre unverkennbaren Eigenheiten auf die Leinwand gerettet und dabei nicht einmal den wichtigen philosophischen Überbau geopfert. Das Ergebnis ist ein Film, wie man ihn noch nie gesehen hat - mit einer Geschichte, wie sie in einem Mainstreamfilm wohl noch nie erzählt wurde: Bis in die letzte Konsequenz seziert "Watchmen" die Idee vom Superhelden, quasi als Hauptgang nach dem Appetithappen, der "The Dark Knight" war: Die Retter der Menschheit werden hier entlarvt als impotente Schlappschwänze, pathologische Psychopathen, sadistische Söldner und berechnende Massenmörder, der einzige Hero mit übernatürlichen Kräften tritt die innere Emigration an und überlässt die Menschheit ihrem apokalyptischen Schicksal. Bis auf eine Ausnahme sind sie bereit, den Untergang New Yorks hinzunehmen, wenn damit dem Wettrüsten der Supermächte Einhalt geboten werden kann. Und immer wieder rückt Snyder im Hintergrund das World Trade Center als Menetekel ins Bild.
Bis sich aber das Puzzle in seinem ganzen erschreckenden Ausmaß zusammensetzt, wird man Zeuge eines furiosen Parforceritts, der sich mit seinen ständig wechselnden Erzählperspektiven und einer Vielzahl an technischen Kniffen den Konventionen widersetzt und auf seine Weise versucht, die Möglichkeiten des Unterhaltungsfilms neu auszuloten, wie das Moore 25 Jahre zuvor für den Comic getan hatte, ohne sich kreativen Limitationen ausgesetzt zu sehen: Drastischste Gewalt darf Snyder hier ebenso zeigen wie heißen Sex oder auch eine kontemplative Auszeit auf dem Mars, wo Platz ist, Gedanken zu sammeln und Möglichkeiten anzutesten. Ausgehend vom Mord an dem ehemaligen Superhelden Comedian entwirft "Watchmen" eine Art labyrinthartiges Sittengemälde einer Parallelwelt, das sich nach Belieben bei verschiedenen Genres vom Noir-Thriller über das Liebesdrama hin zum lupenreinen Actionfilm bedient, um seinen Figuren und ihren Motiven gerecht zu werden. Und während der obsessive Rorschach sich als einsamster Detektiv der Welt seiner Misanthropie stellt, der Übermensch Dr. Manhattan nach einem Ereignis sucht, das dem Wunder gleichkommt, aus Luft Gold zu machen, und seine ehemalige Liebe Silk Spectre gemeinsam mit ihrem Kompagnon Nite Owl nach Jahren der Inaktivität wieder die Lust entdeckt, die Muskeln spielen zu lassen (was in hautengen Latexkostümen besonders reizvoll aussieht), verdichtet sich der Film zu einem in jeder Hinsicht erschöpfenden Dauerfeuer für die Sinne und nahrhaften Futter fürs Gehirn, das sich und sein Publikum ernst nimmt. Und das mit einem Smiley Face. ts.
| Darsteller: | Malin Akerman | als Laurie Jupiter / Silk Spectre II | |
|---|---|---|---|
| Billy Crudup | als Jon Osterman / Dr. Manhattan | ||
| Matthew Goode | als Adrian Veidt / Ozymandias | ||
| Jackie Earle Haley | als Walter Kovacs / Rorschach | ||
| Jeffrey Dean Morgan | als Edward Blake / The Comedian | ||
| Patrick Wilson | als Dan Dreiberg / Nite Owl | ||
| Carla Gugino | als Sally Jupiter / Silk Spectre | ||
| Matt Frewer | als Edgar Jacobi / Moloch | ||
| Stephen McHattie | als Hollis Mason / Old Nite Owl | ||
| Laura Mennell | als Janey Slater | ||
| Rob LaBelle | als Wally Weaver | ||
| Gary Houston | als John McLaughlin | ||
| James Michael Connor | als Pat Buchanan | ||
| Mary Ann Burger | als Eleanor Clift | ||
| John Shaw | als Doug Roth | ||
| Robert Wisden | als Richard Nixon | ||
| Jerry Wasserman | als Detective Fine | ||
| Don Thompson | als Detective Gallagher | ||
| Frank Novak | als Henry Kissinger | ||
| Garry Chalk | als NORAD-General | ||
| Ron Fassler | als Ted Koppel | ||
| Stephanie Belding | als Janet Black | ||
| Michael Kopsa | als Paul Klein | ||
| Regie: | Zack Snyder | ||
| Buch: | David Hayter | ||
| Alex Tse | |||
| Musik: | Tyler Bates | ||
| Kamera: | Larry Fong | ||
| Produzent: | Lawrence Gordon | ||
| Lloyd Levin | |||
| Deborah Snyder | |||
Watchmen - Die Wächter in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Englisch DD 5.1, Türkisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
Bildformat: 1:2,40/16:9
Extras: Dokumentation
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