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Watchmen - Die Wächter

Opulente Verfilmung von Alan Moores legendärem Comicroman über eine Gruppe von Superhelden, die Mitte der Achtzigerjahre am Rande des nuklearen Holocaust reaktiviert wird, um eine Verschwörung aufzudecken.


Watchmen - Die Wächter (Einzel-Disc)

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Erhältlich seit:
05.05.2011

Originaltitel: Watchmen

Action/ Fantasy

Großbritannien/USA 2009
Laufzeit: 163 Min.
FSK: ab 16

Malin Akerman
Billy Crudup
Matthew Goode

Regie: Zack Snyder
Paramount Home Entertainment

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Nach "300" lässt Zack Snyder die Watchmen aufmarschieren und erweckt Alan Moores legendären Comic-Klassiker zu dramatischem Thrillerleben.

Nite Owl II packt seine Superkräfte wieder aus (Foto: Paramount) Großansicht

Nite Owl II packt seine Superkräfte wieder aus (Foto: Paramount)

Comicfans haben Geduld lernen müssen - über 20 Jahre lang ließ die Verfilmung der wohl renommiertesten Graphic Novel auf sich warten. Alan Moores mit Preisen überhäufter Geniestreich brauchte unzählige Anläufe, bis der düstere Abgesang auf Superhelden endlich die Transformation ins Kinoformat vollziehen durfte. Regisseur des Spektakels ist Zack Snyder, dem nach dem heroischen Feldzug "300" ohnedies alle Ehre gebührt. Und diese Wächter sind sein Meisterstück geworden, bei dem nicht nur brandneue Optik, sondern auch ein ungewöhnlich ernster Verschwörungsplot und erwachsene Charaktere Trumpf sind.

Es ist ein alarmierendes Szenario, vor dessen Hintergrund die Watchmen agieren: Die vom Kalten Krieg geprägten 80er sind kein sonniges Amerika; die Weltuntergangsuhr zeigt bereits fünf vor zwölf. Superhelden ist es per Dekret, dem Keene-Act, verboten, das Verbrechen zu bekämpfen - Selbstjustiz ist strafbar. Seitdem haben die Rächer die Frührente beantragt und ihre Masken eingemottet, haben als unauffällige Normalbürger den Kontakt untereinander verloren.

Silk Spectre II und Rorschach decken einen Komplott auf (Foto: Paramount) Großansicht

Silk Spectre II und Rorschach decken einen Komplott auf (Foto: Paramount)

Jagd auf die Superhelden

Ausgangspunkt des verschlungenen, von Rückblenden durchwobenen Thrillers bildet eine Leiche am Randstein: Der Ex-Held The Comedian (Jeffrey Dean Morgan) wurde ermordet. Sein Kollege Rorschach (Jackie Earle Haley) ermittelt daraufhin und stößt in ein Wespennest. Zwar weiß er, dass der Comedian alles andere als ein lustiger Vogel war. Er hatte abstoßende Kriegsverbrechen auf dem Kerbholz und starb nicht unverdient. Aber dann ereignet sich schon das nächste Attentat, dem Ozymandias (Matthew Goode) nur knapp entkommt.

Zwar gelingt es Dr. Manhattan (Billy Crudup), zu fliehen, doch die Reihen der ehemaligen Weltretter lichten sich mehr und mehr. Als Rorschach verhaftet wird, befreit ihn sein Ex-Partner Nite Owl II (Patrick Wilson). Und mit Hilfe von Silk Spectre II (Malin Akerman) kommen sie einem höllischen Komplott auf die Spur.

Watchmen - Die Wächter (Einzel-Disc)

Alan Moore hatte es nie besser: Zack Snyder erzählt seine epochale Comic-Saga als düster-komplexes Desastermovie, in dem es keine (Super-)Helden gibt.

In einer frühen Szene von Zack Snyders Verfilmung des kultisch verehrten Comicromans von Alan Moore (mit Illustrationen von Dave Gibbons) erklingt "99 Luftballons". Das ist programmatisch zu verstehen. Tatsächlich wagt der Regisseur von "300" einen ähnlichen Drahtseilakt wie Nenas unwiderstehlicher Hit über einen harmlosen Vorfall, der beinahe den Dritten Weltkrieg auslöst: Sein epischer Abstecher in ein paralleles 1985, in dem Amerika den Vietnamkrieg gewonnen hat, Nixon zum fünften Mal zum US-Präsidenten gewählt wurde und der Atomkrieg zwischen den USA und der UdSSR unvermeidlich scheint, will ebenfalls purster Pop sein, aber eben mit Message. Massentauglich, aber mit Hirn; eingängig, aber clever; mitreißend, aber nachdenklich. Und nebenher auch noch visionäres, wegweisendes Kino an der oberen Grenze des aktuell technisch Machbaren, das den gordischen Knoten mit bloßer Fingerfertigkeit zu öffnen versucht, oder genauer gesagt: das Unverfilmbare zu verfilmen. So nämlich hatte Alan Moore seine legendäre Dekonstruktion des Superheldengenres explizit konzipiert: mit einer so komplexen und verschlungenen Erzählstruktur, diversen Handlungssträngen und Zeitebenen, Querverweisen und Fußnoten, dass eine filmische Adaption von Vornherein schier zum Scheitern verurteilt sein musste. Dass nun ausschließlich die Laufzeit von knapp 160 Minuten die einzige Einschränkung bei der werkgetreuen Umsetzung dieser düsteren Utopie, die vom Time Magazine als einziges Comic in die Liste der bedeutendsten literarischen Werke des 20. Jahrhunderts aufgenommen wurde, ist, sollte selbst der notorische Stinkstiefel Moore zumindest goutieren können.

Mit einem Höchstmaß an Respekt vor der Vorlage hat Snyder mit einem aus allen Zylindern feuernden Kreativteam die ausufernde Geschichte nicht nur filmisch geknackt, sondern auch ihre Essenz bewahrt, ihre unverkennbaren Eigenheiten auf die Leinwand gerettet und dabei nicht einmal den wichtigen philosophischen Überbau geopfert. Das Ergebnis ist ein Film, wie man ihn noch nie gesehen hat - mit einer Geschichte, wie sie in einem Mainstreamfilm wohl noch nie erzählt wurde: Bis in die letzte Konsequenz seziert "Watchmen" die Idee vom Superhelden, quasi als Hauptgang nach dem Appetithappen, der "The Dark Knight" war: Die Retter der Menschheit werden hier entlarvt als impotente Schlappschwänze, pathologische Psychopathen, sadistische Söldner und berechnende Massenmörder, der einzige Hero mit übernatürlichen Kräften tritt die innere Emigration an und überlässt die Menschheit ihrem apokalyptischen Schicksal. Bis auf eine Ausnahme sind sie bereit, den Untergang New Yorks hinzunehmen, wenn damit dem Wettrüsten der Supermächte Einhalt geboten werden kann. Und immer wieder rückt Snyder im Hintergrund das World Trade Center als Menetekel ins Bild.

Bis sich aber das Puzzle in seinem ganzen erschreckenden Ausmaß zusammensetzt, wird man Zeuge eines furiosen Parforceritts, der sich mit seinen ständig wechselnden Erzählperspektiven und einer Vielzahl an technischen Kniffen den Konventionen widersetzt und auf seine Weise versucht, die Möglichkeiten des Unterhaltungsfilms neu auszuloten, wie das Moore 25 Jahre zuvor für den Comic getan hatte, ohne sich kreativen Limitationen ausgesetzt zu sehen: Drastischste Gewalt darf Snyder hier ebenso zeigen wie heißen Sex oder auch eine kontemplative Auszeit auf dem Mars, wo Platz ist, Gedanken zu sammeln und Möglichkeiten anzutesten. Ausgehend vom Mord an dem ehemaligen Superhelden Comedian entwirft "Watchmen" eine Art labyrinthartiges Sittengemälde einer Parallelwelt, das sich nach Belieben bei verschiedenen Genres vom Noir-Thriller über das Liebesdrama hin zum lupenreinen Actionfilm bedient, um seinen Figuren und ihren Motiven gerecht zu werden. Und während der obsessive Rorschach sich als einsamster Detektiv der Welt seiner Misanthropie stellt, der Übermensch Dr. Manhattan nach einem Ereignis sucht, das dem Wunder gleichkommt, aus Luft Gold zu machen, und seine ehemalige Liebe Silk Spectre gemeinsam mit ihrem Kompagnon Nite Owl nach Jahren der Inaktivität wieder die Lust entdeckt, die Muskeln spielen zu lassen (was in hautengen Latexkostümen besonders reizvoll aussieht), verdichtet sich der Film zu einem in jeder Hinsicht erschöpfenden Dauerfeuer für die Sinne und nahrhaften Futter fürs Gehirn, das sich und sein Publikum ernst nimmt. Und das mit einem Smiley Face. ts.

Watchmen - Die Wächter (Einzel-Disc)

Jemand tötet unsere Superhelden. Es ist das Jahr 1985 und die Superhelden schließen sich zusammen, um den Mord an einem der ihren aufzuklären. Schon bald decken sie einen teuflichen Plan auf, der die gesamte Menschheit in tödliche Gefahr bringt. Während die Superhelden darum kämpfen, das drohende Unheil zu stoppen, entdecken sie, dass sie selbst das Ziel der Vernichtung sind. Doch wenn die Superhelden tot sind, wer wird uns retten?

Quelle: Paramount

Darsteller:  Malin Akerman   als Laurie Jupiter / Silk Spectre II
  Billy Crudup   als Jon Osterman / Dr. Manhattan
  Matthew Goode   als Adrian Veidt / Ozymandias
  Jackie Earle Haley   als Walter Kovacs / Rorschach
  Jeffrey Dean Morgan   als Edward Blake / The Comedian
  Patrick Wilson   als Dan Dreiberg / Nite Owl
  Carla Gugino   als Sally Jupiter / Silk Spectre
  Matt Frewer   als Edgar Jacobi / Moloch
  Stephen McHattie   als Hollis Mason / Old Nite Owl
  Laura Mennell   als Janey Slater
  Rob LaBelle   als Wally Weaver
  Gary Houston   als John McLaughlin
  James Michael Connor   als Pat Buchanan
  Mary Ann Burger   als Eleanor Clift
  John Shaw   als Doug Roth
  Robert Wisden   als Richard Nixon
  Jerry Wasserman   als Detective Fine
  Don Thompson   als Detective Gallagher
  Frank Novak   als Henry Kissinger
  Garry Chalk   als NORAD-General
  Ron Fassler   als Ted Koppel
  Stephanie Belding   als Janet Black
  Michael Kopsa   als Paul Klein
 
Regie:  Zack Snyder  
Buch:  David Hayter  
  Alex Tse  
Musik:  Tyler Bates  
Kamera:  Larry Fong  
Produzent:  Lawrence Gordon  
  Lloyd Levin  
  Deborah Snyder  

Bradley Cooper als "The Crow" bestätigt

Düster, zynisch, erbarmungslos: Ausgerechnet Spaßvogel Bradley Cooper lässt "The Crow" auferstehen. Hoffentlich sind diesmal die Requisiten sicher ...

Brandley Cooper tritt als "The Crowe" das Erbe Brandon Lees an (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Brandley Cooper tritt als "The Crowe" das Erbe Brandon Lees an (Foto: Kurt Krieger)

Dieser "Hangover" dürfte für Bradley Cooper ganz besonders heftig ausfallen: Wenn er wieder zu sich kommt, wurde er vorher nicht abgefüllt, sondern um die Ecke gebracht: Cooper übernimmt nun definitiv im Reboot des wütenden Wiedergängers "The Crow" die Hauptrolle.

Über die Qualität des Drehbuches braucht sich Bradley Cooper dabei keine Sorgen zu machen: Mit Alex Tse wurde ein Spitzenmann in Sachen anspruchsvoller Comic-Verfilmung angeheuert. Tse brachte das Kunststück fertig, die komplexe Story von "Watchmen - Die Wächter" in ein Drehbuch zu gießen. Als Regisseur für "The Crow" steht schon seit längerem Juan Carlos Fresnadillo ("28 Weeks Later") fest.

Tragisch: Die Original-"Crow" wurde bei den Dreharbeiten erschossen

Bradley Cooper wird in "The Crow" die Figur des ruhelosen Eric Draven verkörpern. Der steht von den Toten auf, um die Mörder seiner Frau zu richten und macht, begleitet von der mystischen Krähe, dabei wenig Federlesens. Sein Vorgänger als "The Crow" war Brandon Lee, Sohn der Martial Arts-Legende Bruce Lee, der 1993 bei den Dreharbeiten tragisch verstarb: Er wurde von einer schlecht gewarteten Pistolenrequisite tödlich verwundet.

Für Bradley Cooper ist die vermutlich hoch dotierte Rolle nur ein konsequenter nächster Schritt: "Das mieseste am Erfolg sind die Paparazzi. Das beste daran ist, an etwas mitzuwirken, mit dem viel Geld verdient wird. Denn dann kriegst immer neue, noch bessere Filme." Man muss sie nur überleben ...

 

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