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Water

Abschluss von Deepa Mehtas Elemente-Trilogie, in dem sie die Geschichte von 14 in einem Tempel lebenden indischen Witwen erzählt.


Water

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.04.2007

Drama

Indien 2005
Laufzeit: 112 Min.
FSK: ab 12

Sarala
Manorama
Lisa Ray

Regie: Deepa Mehta
Universum Film

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Abschluss von Deepa Mehtas Elemente-Trilogie, in dem sie die Geschichte von 14 in einem Tempel lebenden indischen Witwen erzählt.

Kalyani kümmert sich um die kleine Chuyia (Foto: Universum (Central)) Großansicht

Kalyani kümmert sich um die kleine Chuyia (Foto: Universum (Central))

In den 30er-Jahren müssen wegen des Todes ihrer Ehemänner in der Gesellschaft geächtete Witwen in einem Tempel in der heiligen Stadt Varanasi leben, darunter auch eine ehemals zwangsverheiratete Achtjährige.

Kalyani (Lisa Ray), die als Prostituierte arbeitet, will den strengen Regeln der Gruppe entfliehen und verliebt sich in einen Anhänger von Mahatma Gandhi.

Fünf Jahre arbeitete die indischstämmige Kanadierin Deepa Mehta an der Fertigstellung des letzten Films ihrer Elemente-Trilogie ("Fire" entstand 1996, "Earth" folgte 1998) - so hindernisreich war der Dreh des kontroversen Dramas, dass sie zwischendurch zwei weitere Filme ("Bollywood Hollywood", "The Republic of Love") fertigstellen konnte.

Die jungen, schönen Frauen müssen als Prostituierte die älteren ernähren (Foto: Universum (Central)) Großansicht

Die jungen, schönen Frauen müssen als Prostituierte die älteren ernähren (Foto: Universum (Central))

Windschatten Bollywood

Der Eröffnungsfilm des Toronto International Film Festival 2005 könnte von der aktuellen Popularität des Bollywood-Kinos profitieren, obwohl "Water" natürlich deutlich progressiver ist.

Water

Sozialkritisches Frauendrama und Liebesmelodram, mit dem die indisch-kanadische Regisseurin Deepa Mehta ihre Elemente-Trilogie nach "Fire" (1996) und "Earth" (1998) abschließt.

Nach dem Ausflug ins Feel-Good-Fach ("Bollywood Hollywood") und der hierzulande nicht erschienenen Romantikkomödie "The Republic of Love" wendet sich die in Kanada lebende Inderin Deepa Mehta wieder ernsten Themen zu. Sie findet sie in Indien von 1938, wo während britischer Kolonialherrschaft die religiös verbrämte Unterdrückung der Frau Konjunktur hat. So wird aus der zwangsverheirateten 8jährigen Chuyia eine Hindu-Witwe, die, so will es die Tradition, mit geschorenem Kopf in einem Frauenhaus den Rest ihres Lebens in Buße verbringen soll. Von ihrer Familie verstoßen, fristen in diesem Ashram 14 weitere Frauen zwischen 18 und 80 ein elendes Dasein als Unberührbare, darunter auch die engelhafte Kalyani, die zur Prostitution gezwungen wird. Die vorwitzige Chuyia will sich mit diesem offenen Strafvollzug nicht abfinden und bringt mit ihren Fragen die Ordnung ins Wanken. Aber erst, als der aufgeschlossene intellektuelle Gandhi-Anhänger Narayan sich in die bildschöne Kalyani verliebt, scheint diese dem Fluch entgehen zu können - wäre nicht sein Vater ihr Freier.

Weil Indien die Drehgenehmigung verweigerte, musste die auf dem Subkontinent verfemte und von Fundamentalisten mit Morddrohungen belegte Mehta ins buddhistische Sri Lanka ausweichen, um dort gegen eine bigotte hinduistische Kultur von Opportunisten anzufilmen, denen Kastenwesen, Religion und Prostitution als ausgefeilter Unterdrückungsmechanismus der Frauen dienen. Nie aber wird daraus eine feministisches Jeremiade mit Betroffenheitsgestus. Mehta gelingt eine behutsame Anklage gegen das Patriarchat, die sich den großen Gesten verweigert und ein starkes Ensemble aufbietet, das den Zumutungen des Schicksals auch mit Humor trotzt.

Die zurückhaltend prosaische "Romeo & Julia"-Variante entgeht auf sehr schmerzliche Weise der Kitschfalle und erteilt damit aller Bollywood-Romantik eine ernüchternde Absage - just in dem Moment, als man glaubt, der Film nehme eine märchenhafte Wendung. Stammkameramann Giles Nuttgens überhöht den herben Inhalt mitunter mit berauschenden Bildern, aber Mehta erzählt konsequent unsentimental. Die nunmehr breite Fanbasis sollte reif sein, indisches Arthaus-Kino jenseits kunterbunter Shahrukh-Khan-Musicals zu entdecken. tk.

Darsteller:  Sarala   als Chuyia
  Manorama   als Madhumati
  Lisa Ray   als Kalyani
  Seema Biswas   als Shakuntala
  John Abraham   als Narayana
  Raghuvir Yadav   als Gulabi
  Kulbushan Kharbanda   als Sadananda
  Vinay Pathak   als Rabindra
 
Regie:  Deepa Mehta  
Buch:  Deepa Mehta  
Musik:  Mychael Danna  
Kamera:  Giles Nuttgens  
Produzent:  David Hamilton  
 

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