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Sozialkritisches Frauendrama und Liebesmelodram, mit dem die indisch-kanadische Regisseurin Deepa Mehta ihre Elemente-Trilogie nach "Fire" (1996) und "Earth" (1998) abschließt.
Nach dem Ausflug ins Feel-Good-Fach ("Bollywood Hollywood") und der hierzulande nicht erschienenen Romantikkomödie "The Republic of Love" wendet sich die in Kanada lebende Inderin Deepa Mehta wieder ernsten Themen zu. Sie findet sie in Indien von 1938, wo während britischer Kolonialherrschaft die religiös verbrämte Unterdrückung der Frau Konjunktur hat. So wird aus der zwangsverheirateten 8jährigen Chuyia eine Hindu-Witwe, die, so will es die Tradition, mit geschorenem Kopf in einem Frauenhaus den Rest ihres Lebens in Buße verbringen soll. Von ihrer Familie verstoßen, fristen in diesem Ashram 14 weitere Frauen zwischen 18 und 80 ein elendes Dasein als Unberührbare, darunter auch die engelhafte Kalyani, die zur Prostitution gezwungen wird. Die vorwitzige Chuyia will sich mit diesem offenen Strafvollzug nicht abfinden und bringt mit ihren Fragen die Ordnung ins Wanken. Aber erst, als der aufgeschlossene intellektuelle Gandhi-Anhänger Narayan sich in die bildschöne Kalyani verliebt, scheint diese dem Fluch entgehen zu können - wäre nicht sein Vater ihr Freier.
Weil Indien die Drehgenehmigung verweigerte, musste die auf dem Subkontinent verfemte und von Fundamentalisten mit Morddrohungen belegte Mehta ins buddhistische Sri Lanka ausweichen, um dort gegen eine bigotte hinduistische Kultur von Opportunisten anzufilmen, denen Kastenwesen, Religion und Prostitution als ausgefeilter Unterdrückungsmechanismus der Frauen dienen. Nie aber wird daraus eine feministisches Jeremiade mit Betroffenheitsgestus. Mehta gelingt eine behutsame Anklage gegen das Patriarchat, die sich den großen Gesten verweigert und ein starkes Ensemble aufbietet, das den Zumutungen des Schicksals auch mit Humor trotzt.
Die zurückhaltend prosaische "Romeo & Julia"-Variante entgeht auf sehr schmerzliche Weise der Kitschfalle und erteilt damit aller Bollywood-Romantik eine ernüchternde Absage - just in dem Moment, als man glaubt, der Film nehme eine märchenhafte Wendung. Stammkameramann Giles Nuttgens überhöht den herben Inhalt mitunter mit berauschenden Bildern, aber Mehta erzählt konsequent unsentimental. Die nunmehr breite Fanbasis sollte reif sein, indisches Arthaus-Kino jenseits kunterbunter Shahrukh-Khan-Musicals zu entdecken. tk.
| Darsteller: | Sarala | als Chuyia | |
|---|---|---|---|
| Manorama | als Madhumati | ||
| Lisa Ray | als Kalyani | ||
| Seema Biswas | als Shakuntala | ||
| John Abraham | als Narayana | ||
| Raghuvir Yadav | als Gulabi | ||
| Kulbushan Kharbanda | als Sadananda | ||
| Vinay Pathak | als Rabindra | ||
| Regie: | Deepa Mehta | ||
| Buch: | Deepa Mehta | ||
| Musik: | Mychael Danna | ||
| Kamera: | Giles Nuttgens | ||
| Produzent: | David Hamilton | ||
Water in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Hindi DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Interview
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