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Kaufvideo
Erhältlich seit:
24.04.2009
Österreich/Deutschland/Luxemburg/Ungarn 2007
Laufzeit: 96 Min.
FSK: ab 16
Brigitte Hobmeier
Johanna Wokalek
Martin Wuttke
Regie: Christian Frosch
good!movies

Science-Fiction-Mär, psychologischer Thriller und Liebesfilm - Christian Frosch zollt Martin Gropius und David Lynch Tribut und übt gleichzeitig subtile Gesellschaftskritik.
"Beruhigen Sie sich" sagt ein Arzt zu Beginn von "Weiße Lilien", "sie werden jetzt schlafen, Hannah." Womit die Möglichkeit eröffnet ist, diesen Film als Traum zu deuten. Und dass Titel und Namen der Schauspieler im Vorspann zunächst spiegelverkehrt erscheinen, ist ein weiterer Hinweis darauf, dass hier vielleicht nichts ist wie es scheint, dass es um reverse Personen gehen wird. Ein weiteres Indiz: der Name Hannah, ein Palindrom. Später wird auch noch eine Anna auftauchen. Auf der Leinwand öffnet sich eine Philip-K.-Dick-Welt: Eine Frau mit weißen Lilien wandelt somnambul durch eine Partygesellschaft auf einem Dach hoch über der Stadt. Blut tropft auf die makellosen Blüten. Eine schwarze Jazzerin (Carole Alston Bukowsky) singt von "twisted patterns", ein Mann im Rollstuhl gleitet durch den Raum, eine alte Frau versucht vergeblich, ihre (?) Haustür zu öffnen, eine junge Japanerin blickt über "Neustadt".
"Neustadt" lautete auch der Arbeitstitel von Christian Froschs ("K.af.ka fragment") zwischen Science-Fiction-Mär und Verschwörungsthriller angelegte Arbeit, die stark von ihrem uniformen Schauplatz lebt. Gedreht wurde im Wiener Wohnpark Alt-Erlaa, der größten nicht-kommunalen Wohnhausanlage Österreichs. 50.000 Menschen, so erläutert ein smarter Verkäufer, wohnen hier in 25.000 Wohneinheiten: "Eine neue Stadt für neue Menschen, die sichere Stadt in einer immer unsichereren Welt." Dass es aber Wasserrationalisierungen gibt, Banden, die ihr Unwesen treiben, und die wenigen Grünflächen heftig umkämpft sind - Hundebesitzer gegen spielende Kinder heißt es hier -, wird von "Wagner-TV", verlängerter Arm des allwissenden "Sicherheitssystems" der Enklave, verschwiegen. Denn: "Wir bemühen uns für Sie..."
Ein Rad in diesem futuristischen Getriebe ist die kleine Angestellte Hannah (Brigitte Hobmeier). Sie leidet unter ihrem gewalttätigen Freund Branco (Xaver Hutter) und zieht schließlich, gedrängt von einer Kollegin, ins Apartment der Selbstmörderin Yoon. Da setzt ein neuer Alptraum für sie ein - sie wird überwacht, Freunde von ihr verschwinden, und dann ist auch ihr Ehemann plötzlich weg. Sie mutiert zur Hauptverdächtigen, droht den Verstand zu verlieren, wäre da nicht Anna (Johanna Wokalek), ihre geheimnisvolle Freundin, die sich gegen das System und seine allgegenwärtigen Kontrollmechanismen auflehnt.
Gleichnishaft, formal überaus streng, legt der österreichische Regisseur sein psychologisches Vexierspiel an, das in den Kunstwelten eines Martin Gropius spielt und den cineastischen Alpträumen eines David Lynch verpflichtet ist. Kalt, monochrom und klar sind Busso von Müllers Bilder, jede Szene, jede Einstellung präsentiert sich bis ins letzte Detail durchkomponiert. Nirgends ein Hauch von Freiheit. Hängt die Welt am Draht, sind ihre Bewohner Marionetten? Wer weiß. Nur eins ist sicher: Big Brother is watching. Hier erdet sich Froschs vieldeutige, eisige Parabel - und alle Hoffnung schwindet. geh .
| Darsteller: | Brigitte Hobmeier | als Hannah Schreiber | |
|---|---|---|---|
| Johanna Wokalek | als Anna | ||
| Martin Wuttke | als Hauks | ||
| Xaver Hutter | als Branco | ||
| Erni Mangold | als Frau Dannenberg | ||
| Gabriel Barylli | als Erik Lasalle | ||
| Walfriede Schmitt | als Paula | ||
| Peter Fitz | als Ludwig von Auerbach | ||
| Günther Kaufmann | als Mark | ||
| Susi Stach | als Bärli Frauchen | ||
| Ursula Ofner | |||
| Roland Jäger | |||
| Mirjam Ploteny | |||
| Markus Hering | |||
| Nina Fog | |||
| Regie: | Christian Frosch | ||
| Buch: | Christian Frosch | ||
| Musik: | Andreas Ockert | ||
| Kamera: | Busso von Müller | ||
| Produzent: | Gabriele Kranzelbinder | ||
| Alexander Dumreicher-Ivanceanu | |||
Weiße Lilien in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 2.0
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Audiokommentar, Making Of, Outtakes, Trailer
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