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Welcome to Sarajevo

Bewegender Film über einen Journalisten, der die Belagerung Sarajevos beobachtet, bis ihn ein Kind zum Eingreifen zwingt.


Welcome to Sarajevo

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Erhältlich seit:
10.01.2008

Drama

Großbritannien/USA 1997
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12

Stephen Dillane
Woody Harrelson
Marisa Tomei

Regie: Michael Winterbottom
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Welcome to Sarajevo

Sarajewo 1992: Die Kriegsberichterstatter Flynn und Henderson informieren die Welt über die Belagerung der bosnischen Hauptstadt. Routiniert gehen sie ihrer Tätigkeit nach, immer darum bemüht, sich emotional nicht allzusehr von der sie umgebenden Katastrophe berühren zu lassen. Doch dann führt der Beruf Henderson in ein Waisenhaus. Mit einem Mal wird dem bisher so distanzierten Journalisten klar, daß Objektivität nicht das Maß aller Dinge ist und er verspricht der 10jährigen Emira, alles zu tun, um sie über die Grenze zu schmuggeln...

Im Gewand eines dokumentarischen Berichts erzählt Regisseur Michael Winterbottom ("I Want You") eine erschütternde human-touch-story aus den schlimmsten Zeiten des Balkan-Bürgerkriegs. In Stephen Dillane ("Verborgenes Feuer"), Woody Harrelson ("Larry Flynt") und Marisa Tomei ("Mein Vetter Winnie") hat er drei Hauptdarsteller gefunden, die das nackte Entsetzen, die ohnmächtige Wut, aber auch die zynische Geschäftemacherei des unbeteiligten Westens glaubwürdig verkörpern. Ein unpathetischer Antikriegsfilm für aufgeschlossene Cineasten.

Welcome to Sarajevo

Aktualität ist in der Welt der Nachrichten eine Existenzfrage. Deshalb verwundert es, daß dieser brisante Film erst ein Jahr nach seiner Premiere in Cannes in die deutschen Kinos kommt. Zumal "Welcome to Sarajevo" Größe und Reife zeigt - in einer bewegenden, aber nie sentimentalen Studie über das Sterben in einer belagerten Stadt, die Willkür des Todes und die Ohnmacht der Menschen. Kein predigendes Betroffenheitskino, sondern ein packender, auch in größeren Häusern einsetzbarer Bewußtseinsrüttler, der sein breites Format mit Tod, aber auch Leben füllt.

'Wir dürfen nicht davon träumen, diesen Krieg je beenden zu können', lautet das pessimistische Fazit dieses Films. Realistisch, weil ihn schon kaum jemand wirklich verstehen oder erklären kann. Nur verständlich, daß sich Drehbuchautor Frank Cottrell Boyce und Regisseur Winterbottom darum erst gar nicht bemühen. Klar sind die Fronten verteilt. Hier die Kriegsberichterstatter, die mit schwarzem Humor das Grauen auf Distanz halten. Dort die bosnische Zivilbevölkerung, die im Irrsinn des Mordens die Normalität eines Alltags zu bewahren versuchen. Schließlich schemenhaft die Heckenschützen, die Launen folgend, unschuldige Menschen aus dem Leben reißen. Die Perspektive des Films ist zunächst eine beobachtende, die der britische Journalist Henderson (Stephen Dillane, demnächst auch in "Firelight") einnimmt, bis sein US- Kollege (Woody Harrelson flüchtet sich sympathisch in Witze) Hilfe leistet. Geschickt läßt der Film offen, ob dafür Courage oder Eigennutz Motor waren. Später aber, als Henderson handeln muß, ist Humanität das einzige Motiv, wird Winterbottoms Intention klar, die Initiative mutiger Gruppen und Individuen zu feiern. Und die Passivität der Politik mit Originalstatements zu entlarven oder mit Musik (Bobby Mc Ferrins "Don't worry, be happy") ironisch zu kommentieren. Ohne Pathos und das Sendungsbewußtsein eines Oliver Stone zeigt Winterbottom ("Herzen in Aufruhr") fast dokumentarisch das Leiden der Zivilbevölkerung, den Terror serbischer Partisanen, die Beiläufigkeit und Willkür des Mordens, die Gene Hackmans Tod in "Under Fire" in Erinnerung rufen. Vor allem aber die Ohnmacht der Kinder, die durch den Krieg binnen Tagen erwachsen wurden. Emira Nusejevic war fünf, als der Krieg begann und zehn, als Winterbottom ihr die Rolle des Mädchens gab, das Henderson zum Handeln zwang, von ihm herausgeschmuggelt und adoptiert wurde. Im Gesicht der Laiendarstellerin spiegelt sich der Schrecken der Vergangenheit wie auch die Freude über eine glücklichere Zukunft. Diese und alle anderen Figuren, ihre Gefühle und die an Originalschauplätzen eingefangene Atmosphäre wirken so authentisch wie es die Vorlage, William Nicholsons Buch "Natasha's Story", zwingend erforderte. Und Winterbottom, der mit "I Want You" im Herbst schon den nächsten interessanten Film in den Kinos hat, bestätigt sich erneut als die cineastische Stimme Großbritanniens, der man derzeit zuhören muß. kob.

Welcome to Sarajevo

Sarajevo 1992: eine Stadt im Krieg. Mittendrin
ist der Reporter Fynn (Woody Harrelson),
immer auf der Jagd nach Stories und Bildern.
Eines Tages trifft er die kleine Emira (Emira
Nusevic), ein Waisenkind. Er verspricht ihr, sie
aus ihrem Elend herauszuholen. Gemeinsam
mit der Sozialarbeiterin Beth (Marisa Tomei)
kämpft er gegen alle Widrigkeiten, um sein
Versprechen einzulösen.
",Welcome To Sarajevo' zeigt, aber belehrt
nicht, ist emotional, doch nie
sentimental, ist ein reifer politischer
Film, der nicht schwere Worte, sondern
Schicksale sprechen lässt."
Blickpunkt:Film
Mit Oscar[r]-Gewinnerin Marisa Tomei

Quelle: EuroVideo

Darsteller:  Stephen Dillane   als Henderson
  Woody Harrelson   als Flynn
  Marisa Tomei   als Nina
  Emira Nusevic   als Emira
  Kerry Fox   als Jane Carson
  Goran Visnjic   als Risto
  James Nesbitt  
  Emily Lloyd  
  Igor Dzambazov  
  Gordana Gadzic  
  Juliet Aubrey  
  Drazen Sivak  
  Vesna Orel  
  Davor Janjic  
 
Regie:  Michael Winterbottom  
Buch:  Frank Cottrell Boyce  
Musik:  Adrian Johnston  
Kamera:  Daf Hobson  
Produzent:  Graham Broadbent  
  Damian Jones  
 

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