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Kaufvideo
Erhältlich seit:
15.10.2010
Originaltitel: Killing Jews for German Health
Deutschland 2008
Laufzeit: 86 Min.
FSK: Info-/Lehrprogramm
Regie: Hannes Karnick, ...
absolut MEDIEN

Das Grauen, von dem die eindringliche Dokumentation über Menschenexperimente in Konzentrationslagern handelt, entsteht allein im Kopf des Zuschauers.
In seiner Gesamtheit lässt sich das Grauen nicht begreifen - wohl aber Teile davon beleuchten. Damit stellt sich die Dokumentation von Hannes Karnick und Wolfgang Richter ("Martin Niemöller: "Was würde Jesus dazu sagen?"") gleich eingangs die Frage, ob und wie ein Film diesem Schreckensthema annähernd gerecht werden kann. Die Antwort darauf ist erstaunlich: Durch reduzierte filmische Mittel - keinerlei entsprechendes Bildmaterial wird gezeigt - und die Konzentration auf einen einzigen Interviewpartner entstehen alle Zusammenhänge erst in der Vorstellung des Zuschauers. Eine angemessene Vorgehensweise, die Romuald Karmakar ("Hamburger Lektionen") nicht ganz unähnlich ist.
Gesprächspartner - Talking Head sozusagen - ist allein Harvard-Professor Robert Jay Lifton, der mit seinen psychohistorischen Studien über Gewaltopfer in Hiroshima und Vietnam einen neuen Forschungszweig begründete und sich bald den Holocaustüberlebenden widmete. Der zum Interviewzeitpunkt 83-Jährige erinnert sich, wie er von ihnen über deutsche Ärzte, die in Auschwitz mordeten, unter Zusicherung von Anonymität unbeschreibliche Details erfuhr. Auf Bitten der Opfer veröffentlichte er seine Ergebnisse über das, was unter Mengele und Konsorten an jüdischen Häftlingen verbrochen wurde.
Im KZ haben sich Heiler in Mörder verwandelt. Welche psychologische Prozesse dabei geschehen,ist das Fachgebiet des jüdischen Professors, der sich glasklar an die Gespräche vor vielen Jahrzehnten erinnert und diese Vorgänge genau beschreibt. Er beschreibt, wie die Zweifel junger Mediziner von erfahrenen Kollegen unterdrückt wurden, um das unmenschliche System am Laufen zu halten; und wie die pervertierte Form von Euthanasie das Fundament des Nationalsozialismus bildete, deren Vision biologischer Perfektion die Vernichtung allen unwerten Lebens einschließt. Ein so nachdenklicher wie eindringlicher Beitrag auf hohem intellektuellen Niveau, der der Frage nach dem Bösen neue Erkenntnisse abgewinnt. tk.
Das Unerklärliche zu ergründen und zu verstehen, wie "normale" Ärzte zu Mördern werden, ist Arbeitsthema des berühmten Psychiaters Robert Jay Lifton. Angeregt durch Dokumente des Frankfurter Auschwitz-Prozesses, begann der amerikanische Wissenschaftler seine Forschung über die Verstrickung der Medizin in den Holocaust. Lifton beschränkt sich dabei nicht nur auf die Betrachtung der historischen Hintergründe, sondern wirft auch die Frage nach Ethik und Moral in der modernen Medizin auf. Als Wegbereiter der "Psychohistory" wurden Robert Jay Liftons Studien mehrfach mit dem American National Book Award ausgezeichnet, die von ihm mitbegründete Organisation "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges" erhielten 1985 den Friedensnobelpreis.
Quelle: absolut Medien
Kapiteleinteilung, Trailer, Interviews mit Interview mit den RegisseurenWolfgang Richter und Hannes Karnick, Robert Jay Lifton und Jan Tilman Schade (Komponist), Gespräch von Robert Jay Lifton mit seiner Frau Betty
Jean Lifton das Buch The Nazidoctors, Tondokument zum Auschwitz-Prozess
Quelle: absolut Medien
| Regie: | Hannes Karnick | ||
|---|---|---|---|
| Wolfgang Richter | |||
| Buch: | Wolfgang Richter | ||
| Musik: | Jan Tilman Schade | ||
| Kamera: | Wolfgang Richter | ||
| Produzent: | Hannes Karnick | ||
| Wolfgang Richter | |||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Englisch DD 1.0
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9
Extras: Trailer, Interviews, Tondokument
Kapiteleinteilung, Trailer, Interviews mit Interview mit den RegisseurenWolfgang Richter und Hannes Karnick, Robert Jay Lifton und Jan Tilman Schade (Komponist), Gespräch von Robert Jay Lifton mit seiner Frau Betty
Jean Lifton das Buch The Nazidoctors, Tondokument zum Auschwitz-Prozess
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