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Kaufvideo
Erhältlich seit:
08.03.2007
Originaltitel: Wer früher stirbt ist länger tot
Deutschland 2006
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 6
Markus Krojer
Fritz Karl
Jule Ronstedt
Regie: Marcus H. Rosenmüller
EuroVideo Bildprogramm

...erweist sich, philosophisch gesehen, als diskussionswürdige These, die Marcus Rosenmüller in seinem erfrischenden Spielfilmdebüt als verqueren bayerischen Heimatfilm abhandelt.
Wer jetzt aber knorrige Gutsherren, abgefeimte Pfaffen, stramme Waldarbeiter und holde Förstermaiden erwartet, liegt falsch. Denn obwohl sich HFF-Absolvent Marcus "Hausham" Rosenmüller, nicht zu verwechseln mit Marcus O. Rosenmüller, zu seiner Heimat bekennt, spart er sich (Voralpen-)Klischees. Bei ihm wird gegroovt, nicht gejodelt. Seine in der Moderne angekommenen Bewohner des idyllisch gelegenen Weilers Germringen hören weder Bayern 1, 2 oder 3, sondern den Rock'n'Roll-Sender des Hochgebirgs-DJs Alfred Dorstreiter. So auch der elfjährige Sebastian, Sohn des verwitweten "Kandlerwirts" Lorenz, der sich seinen Ghettoblaster zwecks Beschallung aufs Fahrrad, Kennzeichen RO - SE 007, geschnallt hat. Und der gleich zu Beginn unter die Räder des Bierlasters, Kennzeichen RO - SI, gerät. Eine Tragödie? Eher ein Mirakel. Sebastian steht auf, wischt sich den Staub von den Klamotten und bemerkt trocken: "Glück g'habt!".
Womit auch schon der Grundton des Werks vorgegeben ist: herber Humor, hemdsärmelige Handgreiflichkeiten und hundsgemeiner Hintersinn. Sebastian - mit unglaublicher Natürlichkeit gespielt vom Newcomer Markus Krojer - erfährt, dass die Mutter bei seiner Geburt gestorben ist, was bei ihm Schuldgefühle und Alpträume auslöst - und den Wunsch, sich vor dem Fegefeuer zu retten - am besten durch ewiges Leben. Die tote Mama wird am Grab um ein Zeichen gebeten, was ein Vogel übernimmt, der auf Sebastians Haupt kackt. Hilfreiche Details wissen dann die Stammtischbrüder der Laienspielgruppe: Der überarbeitete Papa braucht ein neues Eheweib, eine mit "Grips, G'schick und an g'scheidn Arsch".
Diese Suche, dieses diesseitige Purgatorium, bildet in der Folge den Kern der im wunderschönen Oberbayern, zwischen Himmel und Hölle angesiedelten Brautschau, bei der sich die Genres spielerisch vermengen, Dali'scher Surrealismus auf krachledernes Volkstheater trifft. Coming of Age mischt sich mit Komödienstadl, in der (geträumten) Unterwelt dröhnen die Blechbläser wie bei Emir Kusturica, während hoch oben vom Berg der wunderbare Jürgen Tonkel als moderierender Spät-Hippie Lebenshilfe gibt. Er verliert darüber seine Frau Veronika, jene patente Lehrerin, die Sebastian schon mal gefragt hat, ob sie eventuell mit "ihm vögeln dat" - was aber wieder eine ganz andere Geschichte ist. Nur eine von vielen, in diesem prallen, stellenweise wie ein Tourismus-Bilderbuchspot gefilmten Sommerspaß, der handwerklich nichts zu wünschen übrig lässt. Ein schönes Kabinettstück etwa die Parallelmontage, in der Onkel seine Frau "erwischt", wie diese mit dem Lorenz (sympathisch: Fritz Karl) telefoniert - der kurz zuvor noch neben ihr unter Biertischen gekrabbelt ist. Und da obendrein nichts angehabt hat. geh.
Im oberbayerischen Germringen lebt der "Kandlerwirt" (Fritz Karl) seit dem Tod seiner Frau allein mit den beiden Söhnen Sebastian (Markus Krojer) und Franz (Franz Xaver Brückner).
Eines Tages erfährt der 11-jährige Sebastian zufällig, dass seine Mutter nicht, wie immer behauptet, bei einem Unfall, sondern bei seiner Geburt gestorben ist, und entwickelt heftige Schuldgefühle. Da er für sein Alter ohnehin ein beeindruckendes Sündenregister vorzuweisen hat, fürchtet er nun, nach seinem Ableben im Fegefeuer büßen zu müssen - wenn er nicht schleunigst etwas dagegen unternimmt. Konsequent setzt er alles daran, sich von seinen Sünden reinzuwaschen - oder idealer weise gleich unsterblich zu werden.
Die wichtigste Wiedergutmachung scheint ihm zu sein, eine neue Frau für den Vater zu finden, aber wie? Am Stammtisch im Gasthof seines Vaters steht man ihm mit freundschaftlichem Rat zur Seite, und auch ein "himmlisches" Zeichen seiner Mutter weist den Weg. Doch trotz seines unerschütterlichen Tatendrangs nehmen die Ereignisse höchst unvorhergesehene und eigene Wendungen ...;
DVD mit umfangreichem Bonusmaterial + Original Soundtrack zum Film von Gerd Baumann (64 Min.) + Polyglott-Sprachführer "Bairisch" (120 Seiten mit Wörterbuch Deutsch/Bairisch und jeder Menge Informationen zu Sprache und Mentalität der Bayern) in einer aufwändigen Verpackung
Quelle: EuroVideo
Hinter den Kulissen;
Interviews;
Making of Spezialeffekte;
Nicht verwendete Szenen;
Audiokommentar von Marcus H. Rosenmüller (Buch & Regie) und Christian Lerch (Buch);
Hörfilm-Fassung und akustisch unterlegtes Menü für Blinde und Sehbehinderte
Quelle: EuroVideo
| Darsteller: | Markus Krojer | als Sebastian | |
|---|---|---|---|
| Fritz Karl | als Lorenz | ||
| Jule Ronstedt | als Veronika Dorstreiter | ||
| Jürgen Tonkel | als Alfred Dorstreiter | ||
| Saskia Vester | als Frau Kramer | ||
| Franz Xaver Brückner | als Franz | ||
| Johann Schuler | als Sepp Graudinger | ||
| Sepp Schauer | als Proske | ||
| Heinz-Josef Braun | als Gumberger | ||
| Tim Seyfi | als Irmengard | ||
| Regie: | Marcus H. Rosenmüller | ||
| Buch: | Marcus H. Rosenmüller | ||
| Christian Lerch | |||
| Musik: | Gerd Baumann | ||
| Kamera: | Stefan Biebl | ||
| Produzent: | Dr. Andreas Richter | ||
| Annie Brunner | |||
| Ursula Woerner | |||
Wer früher stirbt, ist länger tot (+ Audio-CD und Polyglott Sprachführer Bairisch, limitierte Sonderedition) in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Deutsch DD 2.0
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch, Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Behind the Scenes, Making of, Interviews, Entfallene Szenen,, Audiokommentare, Hörfilm-Fassung und akustisch unterlegtes Menü für Blinde und Sehbehinderte
Hinter den Kulissen;
Interviews;
Making of Spezialeffekte;
Nicht verwendete Szenen;
Audiokommentar von Marcus H. Rosenmüller (Buch & Regie) und Christian Lerch (Buch);
Hörfilm-Fassung und akustisch unterlegtes Menü für Blinde und Sehbehinderte
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