
Mit einem Mix aus Real- und Animationsfilm feiern die Kultcomic-Macher Abschied von einer der erfolgreichsten Zeichentrickfiguren des deutschen Kinos.
Der fünfte Leinwandauftritt der Kultcomicfigur Werner, die bis dato fast 14 Millionen Kinobesucher faszinierte, ist - pünktlich zum 30. Geburtstag des Bölkstoff inhalierenden Klempnerlehrlings aus dem hohen Norden - so etwas wie ein Abgesang auf den Helden von einst geworden. Zum einen, weil in schwarzes Leder gehüllte, übergewichtige, langhaarige Motorradrocker zu einer aussterbenden Spezies gehören, zum anderen, weil die Kids von heute auf Mangas á la "Dragonball" stehen - wie es übrigens auch in der Realfilmhandlung thematisiert wird, in der Werner-Erfinder Rötger Feldmann sich selbst spielt: einen einst erfolgreichen Cartoonisten, der auf der Suche nach einem Stoff ist, mit dem man an den Ruhm vergangener Tage anknüpfen könnte. Feldmann nimmt diese Suche zum Anlass, sein Comic-Universum noch einmal Revue passieren zu lassen, erzählt im Schnelldurchlauf von den 50er und 60er Jahren, als Werner und Holgi sich schon als Kids mit unterschiedlichsten fahrbaren Untersätzen die heißesten Wettrennen lieferten, wärmt die Anekdote von legendären Flachköpper am Strand von Korsika wieder auf und lässt auch die Erfindung des berüchtigten Bremskraftverstärkers nicht unerwähnt. Dazwischen gibt es viel Gekotze und Gesaufe, Fäkal-Sprüche wie "drei Mal verkackte Scheiße" und klassische Brösel-Wortkreationen wie Matschbacke oder Furzmulde. Immer wieder gut kommen auch die Hundegags: da ergießt sich etwa der Kot eines zerquetschten Köters übers Frauchen. Oder die Hundeschule-Vorführung, wo sich die Vierbeiner erst in einen Sitz und dann in ein Fass verwandeln, um beim Befehl "Platz" schließlich wie eine Seifenblase zu zerplatzen. Sentimental wird Feldmann, der sich für die Regie die Dienste von Spaßexperte Gernot Roll ("Die Superbullen", "Männersache") sichern konnte, wenn er sich in der Realstory im wahrsten Sinne zu Grabe tragen lässt, oder wenn er im animierten Teil berühmte Zeichentrickfiguren wie Heidi, Biene Maja oder Säbelzahneichhörnchen Scrat aus den "Ice Age"-Filmen zitiert. Die "Werner"-Macher haben erkannt, dass ihre Blütezeit abgelaufen ist und diese Erkenntnis geschickt zum Thema ihres fünften und wohl auch letzten Kinoabenteuers gemacht. lasso.