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Wie Feuer und Flamme

Romeo-und-Julia-Lovestory und spannendes deutsch-deutsches Politdrama über den Kampf einer Gruppe Jugendlicher mit der Stasi.


Wie Feuer und Flamme

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Erhältlich seit:
19.09.2002

Drama

Deutschland 2001
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12

Anna Bertheau
Antonio Wannek
Tim Sander

Regie: Connie Walther
Warner Home Video Germany

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Wie Feuer und Flamme

Berlin im Jahre 1982: Als die im Westen lebende 17-jährige Nele zur Beerdigung ihrer Oma erstmals hinter den "eisernen Vorhang" tritt, läuft ihr zufällig Captain, der Anführer einer Punk-Clique, über den Weg. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, doch ihre Beziehung scheint hoffnungslos - Misstrauen, Eifersucht und vor allem die Stasi stellen sich ihrem Glück in den Weg. Nach einer Razzia wird Nele ausgewiesen und Captain landet im Gefängnis. Verzweifelt versucht die "West-Tussi", illegal zu ihm in den Osten zu gelangen...

Bei ihrem Kino-Erstling fasziniert Connie Walther mit einer Mischung aus ungewöhnlicher Romeo-und-Julia-Geschichte und deutsch-deutschem Politdrama. Überzeugend nicht nur das auf Tatsachen beruhende, detailgenaue und emotional bewegende Drehbuch von Natja Brunckhorst - die Christiane F. aus "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" - und das unverkrampfte Spiel der Jungdarsteller, sondern auch der fetzige, auf Hits der 80er Jahre zurückgreifende Soundtrack. Eine packende Ost-West-Story für alle Freunde des deutschen Films.

Wie Feuer und Flamme

Punk ist einfach nicht totzukriegen, erlebt manchmal so etwas wie einen zweiten Frühling, nennt sich dann "Grunge" oder "Hardcore", schleicht sich als Out Of Bed-Look in den Friseursalon zurück oder lässt bei Spike Lee ("Summer of Sam") nostalgische Gefühle aufkommen. Punk war nicht nur irgendein Look, irgendeine subkulturelle Uniform, aus der man irgendwann herauswuchs und die man im nachhinein nur noch belächeln kann. Punk war der letzte große Aufstand gegen das bürgerliche Geschmacksempfinden. Punk war gefährlich; gefährlich für die, die diesen Stil leben wollten, und Punk gab es nicht nur in New York und London, sondern auch in Ost-Berlin. Davon handelt Connie Walthers "Wie Feuer und Flamme". Einerseits eine typische Romeo und Julia-Lovestory ist diese X Film-Produktion auch ein spannendes deutsch-deutsches Politdrama über den Kampf einer Gruppe Jugendlicher mit der allmächtigen Stasi oder - wie es der Sänger von SPN-X, einer der Bands des liebevoll zusammengestellten Soundtracks, ausdrückt - "ein geschichtliches Resümee, was damals abgegangen ist".

Es ist 1982. Helmut Schmidt steht vor seinem letzten Jahr als Kanzler und von Hip Hop hat noch niemand gehört. Man tanzt auf Ideals "Monotonie in der Südsee" und viele Mädchen lassen sich einen Haarschnitt wie Nena verpassen. Die Mauer steht noch und im Westen der geteilten Stadt lebt die 17-jährige Nele (Anna Bertheau). Bis über beide Ohren verknallt sie sich bei einem Besuch in Ost-Berlin in den ruppigen Punk Captain (Antonio Wannek). Wenige Tage später ist sie wieder "drüben", um ihren Schwarm bei einem Konzert in einer Kirche zu erleben. Sie lernt auch seine Clique kennen: Hacki ("GZSZ"-Darsteller Tim Sander), Tremmel (Michael Krabbe), Bax (Luise Helm, bekannt aus "Harte Jungs"), Meise (Aaron Hildebrand, zuletzt in "Schule") und Kopfi (Carmen Birk), die von der Stasi als Spitzel missbraucht wird. Die Punks knöpfen einem ZDF-Fernsehteam die Videokamera ab und drehen auf eigene Faust ein Selbstportrait, das Nele in den Westen schmuggelt. "Kennzeichen D" sendet zwar Ausschnitte, stellt aber Captains Clique als verkappte Neonazis und Säufer hin, was der Stasi wie gerufen kommt. Mielke gibt Befehl, mit aller Härte gegen die Punks vorzugehen. Nele wird das erste Opfer der staatlichen Repressionen. Tagelang verhört man sie, bevor sie schließlich ausgewiesen wird. Die Clique zerfällt in gegenseitigem Misstrauen. Captain kommt ins Gefängnis. Nele überquert in einem Müllcontainer illegal die Grenze, um für Captain auszusagen, wird aber erneut abgeschoben. Zudem lässt man sie im Glauben, dass Captain gestorben ist. Sieben Jahre später erlebt Nele im Fernsehen mit, wie die Berliner die Mauer zu Grabe tragen, und macht sich auf die Suche nach Captain.

Drehbuchautorin Nadja Brunckhorst ("Christiane F.") muss es instinktiv erkannt haben. Die Maueröffnung war vielleicht der einzig wirklich romantische Moment der Wiedervereinigung. Doch bisher gelang es niemanden, sie zum Happy End einer Liebesromanze werden zu lassen. Genau das ist "Wie Feuer und Flamme" gelungen. Es ist ein Teenager-Publikum, an das sich dieser Film richtet. Videoästhetik, ein ausgiebiger Gebrauch von Songs aus dieser Zeit und zwei mitreissende Hauptdarsteller - so emotionsgeladen erlebt man Zeitgeschichte sehr, sehr selten. flx.

Darsteller:  Anna Bertheau   als Nele
  Antonio Wannek   als Captain
  Tim Sander   als Hacki
  Aaron Hildebrand   als Meise
  Michael Krabbe   als Tremmel
  Luise Helm   als Bax
  Carmen Simone Birk   als Kopfi
  Nora Tschirner   als Anya
 
Regie:  Connie Walther  
Buch:  Natja Brunckhorst  
Musik:  Rainer Oleak  
Kamera:  Peter Nix  
Produzent:  Stefan Arndt  
  Maria Köpf  
 

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