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Wiedersehen mit Brideshead

Epos nach Evelyn Waughs Roman über den Niedergang einer britischen Adelsfamilie.


Wiedersehen mit Brideshead

Leihvideo

Erhältlich seit:
27.03.2009

Originaltitel: Brideshead Revisited

Drama

Großbritannien 2008
Laufzeit: 128 Min.
FSK: ab 6

Matthew Goode
Ben Whishaw
Hayley Atwell

Regie: Julian Jarrold
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Epos nach Evelyn Waughs Roman über den Niedergang einer britischen Adelsfamilie.

Auf Schloss Brideshead herrscht der Luxus (Foto: Concorde) Großansicht

Auf Schloss Brideshead herrscht der Luxus (Foto: Concorde)

Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Charles Ryder (Matthew Goode) macht in Oxford die Bekanntschaft mit dem homosexuellen Freigeist und Adeligen Sebastian Flyte (Ben Whishaw aus "Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders").

Er ist fasziniert von ihm und die beiden freunden sich an. Bald lernt er auf Brideshead, dem Schloss der Flyte-Familie, das Leben in Reichtum und Überfluss kennen und verliebt sich in Sebastians Schwester Julia (Hayley Atwell).

Nachdem Julian Jarrold bereits bei "Geliebte Jane" gekonnt Jane Austens Gefühls- und Wertewelt ausgelotet hat, gelingt ihm dies auch mit Evelyn Waugh und deren Jahrhundertroman.

Sebastian und Charles freunden sich an (Foto: Concorde) Großansicht

Sebastian und Charles freunden sich an (Foto: Concorde)

Gesellschaft und Moral

Die Familien- und Freundschafts-Geschichte schildert die gesellschaftlichen Veränderungen einschließlich des Moralbewusstseins zwischen den Weltkriegen. Eine opulente Inszenierung mit stimmigen Bildern und ein attraktives Ensemble versprechen ein lohnendes "Wiedersehen mit Brideshead".

Wiedersehen mit Brideshead

Nachdem Julian Jarrold bei "Geliebte Jane" gekonnt Jane Austens Gefühls- und Wertewelt ausgelotet hat, gelingt ihm dies auch mit Evelyn Waugh und dessen Jahrhundertroman.

In die Jahre gekommene Kulturfreunde bringen mit "Wiedersehen mit Brideshead" nicht nur Evelyn Waughs 1944 erschienenen Roman in Verbindung, sondern auch die vielfach ausgezeichnete britische Mini-Serie von 1981. Der Mehrteiler nach den "heiligen und profanen Erinnerungen des Hauptmanns Charles Ryder", so der vielsagende Untertitel des Literaturklassikers, sorgte bei seiner Uraufführung wegen kirchenkritischer Töne bzw. homoerotischen Szenen für reichlich Aufregung und setzte gleichzeitig in Sachen TV-Adaptionen Standards - eine Hypothek für Julian Jarrold ("Geliebte Jane"), Regisseur der aktuellen Kinoversion. Nach dem werkgetreuen Drehbuch von Andrew Davies ("Bridget Jones") und Jeremy Brock ("Der letzte König von Schottland") schildert er aus der Perspektive des Ich-Erzählers Ryder - verklausuliert Waugh selbst, ein 1930 zum Katholizismus konvertierter wertkonservativer Eigenbrötler - den Niedergang der katholischen Adelsfamilie Marchmain. 1944, auf den Treppen des Landsitzes Brideshead - gedreht wurde wie schon die Serie auf Castle Howard -, nimmt die Story ihren Lauf. Der Offizier wird hier mit seiner Truppe einquartiert und reist in Gedanken zurück in die Zeit zwischen den Weltkriegen.

Er reist zunächst auf einen mächtigen Ozeandampfer - tricktechnisches Highlight und moneyshot des leider (zu) bescheiden budgetierten Werks -, wo Ryder (unauffällig: Matthew Goode), aufstrebender Maler, zufällig wieder auf seine große Liebe Julia Flyte (Hayley Atwell) trifft. Leidenschaftlich fallen die beiden übereinander her und schon geht's weiter zurück in der Zeit. Nach Oxford, wo der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Ryder die Bekanntschaft mit Sebastian Flyte (Ben Wishaw) macht, als dieser ihm im Rausch durchs Fenster ins Zimmer kotzt. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, der den vom Freigeist Sebastian faszinierten Charles bald nach Brideshead, Schloss der Marchmains, führt und ihn erstmals mit Reichtum und Überfluss in Berührung bringt. Aber auch mit der unerbittlichen Herrin des Hauses, der strenggläubigen Lady Marchmain (souverän: Emma Thompson), die weder die Homosexualität ihres Sohnes zur Kenntnis nimmt noch die Tatsache, dass ihr Mann (Michael Gambon) sich zu seiner italienischen Geliebten (Greta Scacchi) nach Venedig verabschiedet hat.

Jarrolds Verdienst ist es, dass er es verstanden hat, die starke und komplexe Vorlage trotz notwendiger Kürzungen im Kern beizubehalten. Um Orientierungslosigkeit in einer Welt des Umbruchs geht es, um das Porträt einer Epoche, einer Klasse, die dem Untergang geweiht ist. Die äußere Form wird gewahrt, derweil (innere) Werte sich verändern. Fassaden bröckeln, die Klassengesellschaft verliert an Einfluss. Stimmige Bilder findet hierzu Kameramann Jess Hall, während das gut harmonierende Ensemble Duktus und Sprache Waughs trifft. Nur leicht verändert der Regisseur die Tonalität des Buches, arbeitet die homosexuelle Geschichte vielleicht etwas zu sehr heraus, verkürzt und vereinfacht das Motiv des strafenden Gottes. Aber der Komplexität des Romans in 133 Minuten beizukommen, ist ohnehin unmöglich. So gesehen lohnt das Wiedersehen mit Brideshead auf alle Fälle. geh.

Darsteller:  Matthew Goode   als Charles Ryder
  Ben Whishaw   als Sebastian Flyte
  Hayley Atwell   als Julia Flyte
  Emma Thompson   als Lady Marchmain
  Michael Gambon   als Lord Marchmain
  Ed Stoppard   als Bridey Flyte
  Felicity Jones   als Lady Cordelia Flyte
  Greta Scacchi   als Cara
  Joseph Beattie   als Anthony Blanche
  Anna Madley   als Celia Ryder
  Patrick Malahide   als Mr. Ryder
  Jonathan Cake   als Rex Mottram
 
Regie:  Julian Jarrold  
Buch:  Jeremy Brock  
  Andrew Davies  
Musik:  Adrian Johnston  
Kamera:  Jess Hall  
Produzent:  Kevin Loader  
  Douglas Rae  
  Robert Bernstein  
 

Wiedersehen mit Brideshead in der Fotoshow

 

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Features

 

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Ben Whishaw

Tom Tykwer und Bernd Eichinger wählten ihn 2005 in der Verfilmung von Patrick Süskinds Roman "Das Parfum" für die Hauptrolle des Mörders Jean-...

 

Star

Hayley Atwell

Sie hatte gerade mal einen Werbespot für Kartoffelchips und ein paar TV- und Bühnenauftritte hinter sich, da klopfte auch schon Woody Allen...