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Leihvideo
Erhältlich seit:
06.10.2005
Deutschland 2004
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12
Axel Prahl
Inka Friedrich
Anne Ratte-Polle
Regie: Andreas Dresen
EuroVideo Bildprogramm

Andreas Dresens Helden sind nicht die Schicki-Mickis, sondern die "kleinen" Leute wie in "Halbe Treppe" oder "Nachtgestalten". Für den Seismographen zwischenmenschlicher Konflikte stehen "soziale und poetische Momente über formalen Perfektionismus". So ist ihm auch mit "Willenbrock" das anrührende Portrait eines Mannes gelungen, der sich als Gebrauchtwarenhändler nach oben geboxt hat und dessen scheinbar geordnete Existenz durch einen nächtlichen Überfall plötzlich brüchig wird.
Der 42jährige Regisseur macht Filme über Menschen, denen man auf der Straße oder im Supermarkt begegnet, die lieben und leiden und irgendwann an einem Punkt gelangen, wo sie mit sich selbst konfrontiert sind, Résumé ziehen (müssen), schmerzhafte Erkenntnisse gewinnen.
Auch Bernd Willenbrock, ein Mann in den mittleren Jahren, stürmt laut durchs Leben und zeigt sich stolz auf das mit eigener Arbeit Erreichte. Ein schickes Haus, eine Datsche auf dem Land, einen florierenden Gebrauchtwarenhandel und ein dickes Portemonnaie, das er gerne zückt. Seiner Frau stattet er großzügig eine Boutique aus, er glaubt, alles kaufen zu können - gesellschaftliches Ansehen wie tiefe Emotionen. Nach seinen Seitensprüngen bringt er Blumensträuße und Präsente nach Hause und damit ist die Welt für ihn wieder in bester Ordnung. Die gerät aber in Unordnung als eines Nachts brutale Typen in sein Landhaus eindringen und das Ehepaar nur mit Mühe und Not dem Tod entkommt. Nichts ist mehr wie es war, zumal die Einbrecher bald wieder auf freiem Fuß durch die Stadt streunen. Die schnell installierte Alarmanlage gibt die gewohnte Sicherheit nicht zurück, Willenbrock spürt, wie ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wird, der trügerische Schein der unangenehmen Realität Platz macht, die Angst in ihm hochkriecht.
Ganz langsam entwickelt Dresen eine psychologisch spannende Reise ins innere Chaos, lässt Lebenslügen platzen und Lebensentwürfe scheitern. Fast gebetsmühlenhaft fordert die Hauptfigur, dass es wieder so sein soll wie "vorher", will das "nachher" nicht akzeptieren, den Vorfall vergessen. Und verliert sukzessive den Halt - die junge Literaturstudentin will weder ihn noch den Sportflitzer, sondern ihre Ruhe, beim Staatsanwalt blitzt er ab, nicht nur sein Verhältnis mit einer Professorin zerbricht, auch seine Ehe. Die gewohnten Verdrängungsmechanismen funktionieren nicht mehr, die Risse im Glatteis der Gefühle sind irreparabel. Ein Mensch, ganz auf sich zurückgeworfen, auf seine Einsamkeit und innere Leere.
Dass die dramatische Geschichte nicht in Hoffnungslosigkeit endet, dafür sorgt feiner und intelligenter Humor. Dresens Blick auf gesellschaftliche Umstände ist trotz aller Analytik von Wärme und Herzlichkeit geprägt, sodass man den Protagonisten (hervorragend Axel Prahl) trotz aller Schwächen mag. In der Stimmigkeit des Milieus und seiner außergewöhnlichen Wahrhaftigkeit kann sich "Willenbrock" mit Meisterwerken von Mike Leigh oder Ken Loach messen. mk.
| Darsteller: | Axel Prahl | als Willenbrock | |
|---|---|---|---|
| Inka Friedrich | als Susanne Willenbrock | ||
| Anne Ratte-Polle | als Anna | ||
| Dagmar Manzel | als Vera | ||
| Christian Grashof | als Maler Waldersee | ||
| Andrzej Krzysztof Szopa | als Jurek | ||
| Tilo Prückner | als Fritz | ||
| Wladimir Tarasjanz | als Krylow | ||
| Margit Bendokat | als Frau Friedrich | ||
| Michael Gerber | als Herr Friedrich | ||
| Ursula Werner | als Kommissarin | ||
| Hans Kremer | als Staatsanwalt | ||
| Regie: | Andreas Dresen | ||
| Buch: | Laila Stieler | ||
| Kamera: | Michael Hammon | ||
| Produzent: | Norbert Sauer | ||
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Dt. f. Hörg.
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Entfallene Szenen, Audiokommentar, Making of, Kinotrailer
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Inka Friedrich
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