DVD Leihvideo

Willenbrock

Anrührendes Porträt eines Neureichen, dessen Welt nach einem Überfall zusammenbricht.


Willenbrock

Leihvideo

Erhältlich seit:
06.10.2005

Drama/ Thriller

Deutschland 2004
Laufzeit: 103 Min.
FSK: ab 12

Axel Prahl
Inka Friedrich
Anne Ratte-Polle

Regie: Andreas Dresen
EuroVideo Bildprogramm

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Anrührendes Porträt eines Neureichen, dessen Welt nach einem Überfall zusammenbricht.

Die Frauen halten bei Willenbrock gerne die Hand auf (Foto: Delphi) Großansicht

Die Frauen halten bei Willenbrock gerne die Hand auf (Foto: Delphi)

Bernd Willenbrock (Axel Prahl) hat ein schickes Haus, eine Datsche auf dem Land, einen florierenden Gebrauchtwarenhandel und ein dickes Portemonnaie, das er gerne zückt. Seiner Frau Susanne (Inka Friedrich) stattet er großzügig eine Boutique aus. Er glaubt, mit seinem Geld alles kaufen zu können - gesellschaftliches Ansehen wie tiefe Emotionen.

Nach seinen Seitensprüngen bringt er Blumensträuße und Präsente nach Hause und damit ist die Welt für ihn wieder in bester Ordnung. Die gerät aber in Unordnung als eines Nachts brutale Typen in sein Landhaus eindringen und das Ehepaar nur mit Müh' und Not dem Tod entkommt.

Plötzlich gerät alles aus den Fugen (Foto: Delphi) Großansicht

Plötzlich gerät alles aus den Fugen (Foto: Delphi)

Intelligentes Meisterwerk

Andreas Dresen zeichnet mit Hilfe seines hervorragenden Hauptdarstellers Axel Prahl nach Christoph Heins Vorlage mit intelligentem Humor das Porträt eines Aufsteigers, dessen heile Welt plötzlich zerbricht.

In der Stimmigkeit des Milieus und seiner außergewöhnlichen Wahrhaftigkeit kann sich "Willenbrock" mit Meisterwerken von Mike Leigh oder Ken Loach messen.

Willenbrock

Andreas Dresens Helden sind nicht die Schicki-Mickis, sondern die "kleinen" Leute wie in "Halbe Treppe" oder "Nachtgestalten". Für den Seismographen zwischenmenschlicher Konflikte stehen "soziale und poetische Momente über formalen Perfektionismus". So ist ihm auch mit "Willenbrock" das anrührende Portrait eines Mannes gelungen, der sich als Gebrauchtwarenhändler nach oben geboxt hat und dessen scheinbar geordnete Existenz durch einen nächtlichen Überfall plötzlich brüchig wird.

Der 42jährige Regisseur macht Filme über Menschen, denen man auf der Straße oder im Supermarkt begegnet, die lieben und leiden und irgendwann an einem Punkt gelangen, wo sie mit sich selbst konfrontiert sind, Résumé ziehen (müssen), schmerzhafte Erkenntnisse gewinnen.

Auch Bernd Willenbrock, ein Mann in den mittleren Jahren, stürmt laut durchs Leben und zeigt sich stolz auf das mit eigener Arbeit Erreichte. Ein schickes Haus, eine Datsche auf dem Land, einen florierenden Gebrauchtwarenhandel und ein dickes Portemonnaie, das er gerne zückt. Seiner Frau stattet er großzügig eine Boutique aus, er glaubt, alles kaufen zu können - gesellschaftliches Ansehen wie tiefe Emotionen. Nach seinen Seitensprüngen bringt er Blumensträuße und Präsente nach Hause und damit ist die Welt für ihn wieder in bester Ordnung. Die gerät aber in Unordnung als eines Nachts brutale Typen in sein Landhaus eindringen und das Ehepaar nur mit Mühe und Not dem Tod entkommt. Nichts ist mehr wie es war, zumal die Einbrecher bald wieder auf freiem Fuß durch die Stadt streunen. Die schnell installierte Alarmanlage gibt die gewohnte Sicherheit nicht zurück, Willenbrock spürt, wie ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wird, der trügerische Schein der unangenehmen Realität Platz macht, die Angst in ihm hochkriecht.

Ganz langsam entwickelt Dresen eine psychologisch spannende Reise ins innere Chaos, lässt Lebenslügen platzen und Lebensentwürfe scheitern. Fast gebetsmühlenhaft fordert die Hauptfigur, dass es wieder so sein soll wie "vorher", will das "nachher" nicht akzeptieren, den Vorfall vergessen. Und verliert sukzessive den Halt - die junge Literaturstudentin will weder ihn noch den Sportflitzer, sondern ihre Ruhe, beim Staatsanwalt blitzt er ab, nicht nur sein Verhältnis mit einer Professorin zerbricht, auch seine Ehe. Die gewohnten Verdrängungsmechanismen funktionieren nicht mehr, die Risse im Glatteis der Gefühle sind irreparabel. Ein Mensch, ganz auf sich zurückgeworfen, auf seine Einsamkeit und innere Leere.

Dass die dramatische Geschichte nicht in Hoffnungslosigkeit endet, dafür sorgt feiner und intelligenter Humor. Dresens Blick auf gesellschaftliche Umstände ist trotz aller Analytik von Wärme und Herzlichkeit geprägt, sodass man den Protagonisten (hervorragend Axel Prahl) trotz aller Schwächen mag. In der Stimmigkeit des Milieus und seiner außergewöhnlichen Wahrhaftigkeit kann sich "Willenbrock" mit Meisterwerken von Mike Leigh oder Ken Loach messen. mk.

Darsteller:  Axel Prahl   als Willenbrock
  Inka Friedrich   als Susanne Willenbrock
  Anne Ratte-Polle   als Anna
  Dagmar Manzel   als Vera
  Christian Grashof   als Maler Waldersee
  Andrzej Krzysztof Szopa   als Jurek
  Tilo Prückner   als Fritz
  Wladimir Tarasjanz   als Krylow
  Margit Bendokat   als Frau Friedrich
  Michael Gerber   als Herr Friedrich
  Ursula Werner   als Kommissarin
  Hans Kremer   als Staatsanwalt
 
Regie:  Andreas Dresen  
Buch:  Laila Stieler  
Kamera:  Michael Hammon  
Produzent:  Norbert Sauer  
 

Fassungen

 

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Features

 

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Axel Prahl

Regisseur Andreas Dresen, mit dem Axel Prahl mehrere Kinospielfime drehte, bescheinigt seinem Lieblingsdarsteller "Grundwärme, Bodenständigkeit und...

 

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Inka Friedrich

Die Rolle der Katrin in Andreas Dresens Kinofilm "Sommer vorm Balkon" machte Inka Friedrich 2006 bekannt. Inka Friedrich, Jahrgang 1969,...