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William Shakespeare's Romeo & Julia

Poppig stilisierte und modernisierte Verfilmung des romantischen Shakespeare-Klassikers vom "Strictly Ballroom"-Regisseur.


William Shakespeare's Romeo & Julia

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Erhältlich seit:
09.01.2010

Originaltitel: William Shakespeare's Romeo & Juliet

Drama

USA 1996
Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 12

Leonardo DiCaprio
Claire Danes
Brian Dennehy

Regie: Baz Luhrmann
Süddeutsche Zeitung

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William Shakespeare's Romeo & Julia

Verona Beach wird von zwei verfeindeten Familien beherrscht: den Capulets und den Montagues. Bei einem Maskenball verlieben sich deren jüngste Sprößlinge - Romeo und Julia - unsterblich ineinander. Obwohl Julia schon dem Geschäftsmann Dave Paris versprochen ist, heiratet sie Romeo Montague im geheimen. Als der junge Ehemann kurz darauf bei einer gezielten Provokation Tybalt Capulet tötet, muß er aus Verona Beach fliehen. Nur der geniale Plan des befreundeten Pater Laurence kann die beiden Liebenden wieder zusammenführen.

Mit seiner spektakulären "Romeo und Julia"-Adaption unterstreicht der Australier Baz Luhrmann ("Strictly Ballroom") seinen Ruf als innovativer Filmemacher. Leonardo DiCaprio ("Gilbert Grape") brilliert als cool-lässiger Romeo und Claire Danes ("Ein amerikanischer Quilt") verzaubert als scheu-romantische Julia. Die schrillen, farbenfrohen Kostüme, der stets effektiv eingesetzte Crossover-Soundtrack und vor allem die rasant geschnittenen, opulenten Bilder machen dieses Ausnahme-Werk zu einem Leckerbissen nicht nur für die MTV-Generation.

William Shakespeare's Romeo & Julia

Shakespeare wäre sicherlich erstaunt, bekäme er die neueste Adaption seines zeitlosen Romantikklassikers vor Augen. In Baz Luhrmanns ("Strictly Ballroom") superstylisierter Popkulturversion wurde die anrührendste Liebesgeschichte aller Zeiten in die Gegenwart verlegt, wo statt hoher Rösser und scharfer Schwerter, schnittige Cabriolets und abgefahrene Designer-Pistolen, unterlegt mit aggressiv-rockigen Rhythmen, die sonnig-schmuddelige Szenerie von Verona (Beach) beherrschen. Geblieben ist der Original-Dialog und die ergreifende Liebe des tragischen Titelpaares, die von Leonardo DiCaprio und Claire Danes zwar nicht makellos, aber doch ordentlich zu modernem Leben erweckt wird.

Die Ambivalenz der Tragödie, in der Jugend und Liebe mit Haß und Tod konfrontiert werden, überspitzt sich der bei Luhrmann'schen Inszenierung teilweise bis zur Farce, indem quasi jedem klassischen Element ein zeitgemäßes gegenüber gestellt wird. Die beinahe cartoonartige Zweischneidigkeit reicht von Äußerlichkeiten wie Accessoires (45er Colts werden mit der Eleganz eines Schwertes geführt), Kostümen (Hawaiihemden, schwarzer Straßendesperado-Look und fließende Roben) und Bauten (Wolkenkratzer neben stilvollen Palazzi) zu Versuchen, die starre Ernsthaftigkeit der Vorlage mit humorvollen, gar slapstickartigen Momenten aufzubrechen. Bewirkt wird diese wohl nicht jedermann ansprechende Komik mit an Stummfilmen erinnernder Beschleunigung der Filmgeschwindigkeit, der starken Verfremdung von Mercutio (Harald Perrineau), Romeos treuester Freund, der hier als extravangante Drag Queen über die Stränge schlägt, und der Darstellung von Julias Mutter als affektierter Zicke. Die Liebe zwischen Romeo und Julia hat auch in dieset bizarren Freakshow nichts von ihrer zeitlosen Wirkung verloren, so daß die unvergängliche Emotion im Gewand moderner Trendiness eine neue Generation von Teenagern (vor allem junge Mädchen) in den Bann ziehen wird. Bereits die Opening-Sequenz zeigt, daß hier kräftig entstaubt wurde: Der Prolog wird am Bildschirm von einer schwarzen TV-Nachrichtensprecherin angesagt, während mit hektisch schnellen Schnitten wird Dynamik erzeugt wird. Das wahnwitzige Editing und die atmosphärische Kameraarbeit unterstreichen den innovativen Look der Produktion. Der zeitgemäße Soundtrack fungiert als fortwährende Zelebrierung des omnipräsenten Anachronismus und sorgt überdies für eine köstliche Pointe, wenn ein Knabenchor in Vater Laurence (Pete Postlethwaite perfekt als tätowierter New-Age-Pastor) Princes "When Doves Cry" intoniert. Teenagerschwarm DiCaprio ("Gilbert Grape") legt seinen Romeo als charmanten James-Dean-Typ an, und Neuentdeckung Danes ("Betty und ihre Schwestern") strahlt genau das richtige Maß an Unschuld und Verträumtheit aus. Über gewisse, nicht übermäßig auffallende Ungelenk- und Unbeholfenheit beim Vortragen der Verse läßt sich daher auch geflissentlich hinwegsehen. Mit der Transparenz von Franco Zeffirellis spirituell-religiösen Meisterwerk aus dem Jahr 1968 kann Baz Luhrman nicht gleichziehen, doch das ist auch sicherlich nicht das erklärte Anliegen des Filmemachers. Vielmehr ist das Kunststück gelungen in der anhaltenden Flut von Shakespeare-Verfilmungen auch eine einfallsreiche und maßgeschneiderte Experimental-Aufbereitung für die MTV-Generation zu realisieren, bei der ein Höchstmaß an Konzentration nicht erforderlich ist. ara.

Darsteller:  Leonardo DiCaprio   als Romeo
  Claire Danes   als Juliet
  Brian Dennehy   als Ted Montague
  John Leguizamo   als Tybalt
  Pete Postlethwaite   als Father Laurence
  Paul Sorvino   als Fulgencio Capulet
  Diane Venora   als Gloria Capulet
  Harold Perrineau jr.   als Mercutio
  Paul Rudd  
  Jesse Bradford  
  Dash Mihok  
  Miriam Margolyes  
  Vondie Curtis-Hall  
  Christina Pickles  
  M. Emmet Walsh  
 
Regie:  Baz Luhrmann  
Buch:  Craig Pearce  
  Baz Luhrmann  
Musik:  Nellee Hooper  
  Craig Armstrong  
  Marius de Vries  
Kamera:  Donald M. McAlpine  
Produzent:  Gabriella Martinelli  
  Baz Luhrmann  

James McAvoy als Gartenzwerg

Eine ganz neue Sicht auf das Shakespeare-Drama "Romeo und Julia" liefert nun der CGI-Film "Gnomeo and Juliet". James McAvoy und Emily Blunt sprechen die Hauptrollen.

Neue Karriere als Zwerg: James McAvoy fungiert bald als Romeo im Gartenbeet (Foto: Universal) Großansicht

Neue Karriere als Zwerg: James McAvoy fungiert bald als Romeo im Gartenbeet (Foto: Universal)

Ihre Liebe war so groß - und machte auch vor der Gartenhecke nicht halt. So ähnlich könnte es in einer neuen "Romeo & Julia"-Verfilmung heißen, die den Klassiker auf besondere Art interpretiert: "Gnomeo und Juliet" ist der Titel eines CGI-animierten Projekts, dass das berühmte Shakespeare-Paar als Gartenzwerg-Gespann hinter feindlichen Hecken zeigt.

Für die Hauptrollen haben nun James McAvoy ("Geliebte Jane") und Emiliy Blunt ("Der Teufel trägt Prada") zugesagt. Zuvor war für Julias Stimme Kate Winslet vorgesehen - doch die sagte das Projekt aus terminlichen Gründen ab. Regie bei dem schrägen Animationsspaß führt Kelly Asbury, der schon "Shrek 2 - Der tollkühne Held kehrt zurück" in Szene setzte. Das Ganze soll laut Insiderberichten an ein Musical erinnern und auch Songs von Elton John enthalten, der mit seiner Produktionsfirma Rocket Pictures an Bord ist.

Liebesszene unterm Apfelbaum

Wie man sich nun Capulets Tochter und Montagues Sohn als Zwerg und Zwergin vorstellen soll und ob die berühmte Balkonszene am Ende gar unterm Apfelbäumchen stattfindet, ist nicht bekannt. Immerhin soll der Film aber mit einem "bissigen Humor á la 'Monty Python'" ausgestattet sein, heißt es.

Im Kino wird "Gnomeo und Juliet" erst 2010 zu bewundern sein. Wer sich bis dahin noch einmal an James McAvoy erfreuen will, kann das ab 4. September in seinem neuen Film "Wanted" tun. Fans von Emily Blunt müssen dagegen noch etwas warten: Die britische Schauspielerin ist erst 2009 mit "The Wolfman" wieder im Kino präsent.

 

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