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Französische Erfolgskomödie über hartnäckige Vorurteile, einen seltsamen Dialekt und ein resolut-dickköpfiges Völkchen im stürmischen Norden, das auf seine Eigenart pocht.
Damit hatte Regisseur Dany Boon in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet: Über 20 Mio. Franzosen amüsierten sich köstlich bei dieser prallen Posse, die mal nicht in Paris oder im pittoresken Süden angesiedelt ist, sondern im - wie unsere Nachbarn felsenfest glauben - kalten und unwirtlichen Norden mit einfältigen, rückständigen und rustikalen Einwohnern.
Ausgerechnet in diese vermaledeite Gegend wird der Postbeamte Philippe Abrams strafversetzt. Um seiner depressiven und wunderschönen Frau Julie eine Freude zu machen, versucht er mit unlauteren Tricks eine Versetzung an die sonnige Riviera. Der Schwindel - er mimt einen Behinderten - fliegt auf und ab geht's ins französische Sibirien. Frau und Sohn bleiben in der Zivilisation zurück. Der in einer dicken Daunenjacke Eingemummelte darf sogar bei Angabe des Fahrziels mit Mitleid und Nachsicht der Autobahnpolizei rechnen. Bei der Ankunft im strömenden Regen fährt er fast seinen künftigen Kollegen Antoine um, der ihn mit Zischlauten begrüßt. Wahrscheinlich eine Kieferverletzung kombiniert der Neuling, wird aber aufgeklärt, dass schön hier sön heißt, Bus Busch und Zeit Scheit. Er ist im Land der Sch'tis mit ihrem gewöhnungsbedürftigen Dialekt. Die erste Nacht zieht er ins "söne Schimmer" bei Antoine, der noch brav bei Muttern lebt. Ansonsten sind die Kollegen recht nett, bald fühlt sich Philippe pudelwohl, nur seiner Julie gegenüber markiert er das malträtierte Opfer. Denn deren Liebe zu ihm wächst mit seinen scheinbaren Höllenqualen in der Ferne. Es könnte alles so weitergehen, die Saufgelage unter Freunden, die stressfreie Arbeit und das gemütliche Landleben, wenn ihm das angetraute Weib nicht persönlich gegen die Wilden zur Seite stehen möchte.
Nordlicht Boon, der auch den gutmütigen Antoine mimt, schlägt in dieser aufgekratzten Kapriole eine humoristische Volte nach der anderen, selbst im Suff sind die Buddies noch sympathisch. Zwar macht die französische Originalversion mehr Sinn, weil sie mit existierenden Ressentiments und Stereotypen locker spielt, aber die deutsche Fassung mit ihrer formidablen Kunstsprache transportiert das fremde Feeling optimal (Dany Boon wird von Christoph Maria Herbst gesprochen, Kad Merad von Michael Lott). Und versiert rast diese göttliche Komödie immer haarscharf am Klamauk vorbei, beispielsweise wenn die hemmungslose Truppe der angereisten Julie in einem Potemkinschen Dorf eine hanebüchene und bühnenreife Deppen-Show bietet, an der Boon leicht hätte scheitern können. Wie heißt es am Ende, wenn Abrams nach drei Jahren wieder in den Süden darf? "Ein Fremder, der in den Norden kommt, weint zweimal: wenn er ankommt und wenn er wieder fährt". Der Zuschauer jedenfalls lacht Tränen. Und das nicht zu knapp. mk.
| Darsteller: | Kad Merad | als Philippe Abrams | |
|---|---|---|---|
| Dany Boon | als Antoine Bailleul | ||
| Zoé Félix | als Julie Abrams | ||
| Anne Marivin | als Annabelle Deconninck | ||
| Philippe Duquesne | als Fabrice Canoli | ||
| Guy Lecluyse | als Yann Vandernoout | ||
| Patrick Bosso | als Polizist | ||
| Zinedine Soualem | als Momo | ||
| Jérôme Commandeur | als Inspektor Lebic | ||
| Regie: | Dany Boon | ||
| Buch: | Dany Boon | ||
| Alexandre Charlot | |||
| Franck Magnier | |||
| Musik: | Philippe Rombi | ||
| Kamera: | Pierre Aïm | ||
| Produzent: | Claude Berri | ||
| Jérôme Seydoux | |||
Willkommen bei den Sch'tis in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch DD 5.1, Französisch DD 5.1
Tonformat: Dolby Digital 5.1
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1:2,35/16:9
Extras: Interview, Featurettes
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