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Winterreise

Bewegendes Drama und Porträt einer ungewöhnlichen Persönlichkeit von "Hierankl"-Regisseur Hans Steinbichler.


Winterreise

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Erhältlich seit:
26.10.2007

Drama

Deutschland/Österreich 2006
Laufzeit: 95 Min.
FSK: ab 12

Josef Bierbichler
Sibel Kekilli
Hanna Schygulla

Regie: Hans Steinbichler
Warner Home Video Germany

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Bewegendes Drama und Porträt einer ungewöhnlichen Persönlichkeit von "Hierankl"-Regisseur Hans Steinbichler.

Brenninger lässt es sich gut gehen (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Brenninger lässt es sich gut gehen (Foto: X Verleih (Warner))

Franz Brenninger (Josef Bierbichler) hat es beruflich zu was gebracht. Doch mit seinen unberechenbaren Launen macht er es seinen Mitmenschen nicht gerade leicht. Als seine Firma vor der Pleite steht, lässt sich der Unternehmer auf ein dubioses Geschäft mit kenianischen Geschäftsleuten ein. Leider verliert er dadurch auch noch seine letzten Reserven und steht vor dem Nichts.

Im kleinen Heimatort fühlt er sich isoliert, also macht er sich auf die Reise nach Kenia, um sein Geld auf eigene Faust zurückzuholen. Begleitet wird er von der jungen Dolmetscherin Leyla (Sibel Kekilli).

Leyla begleitet Brenninger auf seiner Reise (Foto: X Verleih (Warner)) Großansicht

Leyla begleitet Brenninger auf seiner Reise (Foto: X Verleih (Warner))

Auf den Leib geschrieben

Josef Bierbichler, der schon in Hans Steinbichlers mit etlichen Grimme-Preisen und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichneten Debüt "Hierankl" beeindruckte, trägt erneut mit seiner Präsenz und gewaltigen schauspielerischen Bandbreite das von Drehbuchautor Martin Rauhaus und Steinbichler auf ihn zugeschnittene Drama, das das Prädikat "emotional" wirklich verdient hat.

Winterreise

Eine Reise in den Tod begleitet von Schubert (und Rock) zwischen dem winterlichen Wasserburg am Inn und Nairobi, zwischen manischer und depressiver Phase, macht Josef Bierbichler als Franz Brenninger in diesem hochemotionalen Drama von Hans Steinbichler.

Brenninger gets the Blues. Im Vorspann testet Bierbichler in aller Ruhe die Reißfestigkeit eines Strickes - und der Zuschauer weiß, wohin die Reise geht. Ab da ist es mit der Ruhe vorbei. Mit nervöser Kamera und Schnitt wird der Protagonist vorgestellt, ein Kleinunternehmer und ehemaliger Musikstudent vor der Pleite, Kette rauchend und fluchend, großspurig, aufgekratzt. Man sieht Rauchwolken, seine unstete Hand. Er erschimpft sich Kredit von seiner Sparkasse, schenkt seiner erblindenden Frau (Hanna Schygulla in ihrem ersten Kinoauftritt seit langem) Rosen, hört Rock (mit dem Refrain "I go insane") in voller Lautstärke, geht zu den Huren. Am nächsten Tag liegt er, ein Häufchen Elend, bewegungslos auf der Couch, flüstert: "alles ist dunkel". Seine erwachsenen Kinder (Philip Hochmair und Anna Schudt) wollen ihn überreden, ins Krankenhaus zu gehen. Auf das "du bist krank" seines Sohnes reagiert er mit "ich bin einfach gut drauf, du Arschloch" und findet nach dem Streit kaum zu seinem Auto. Als er sein letztes Geld und das seines Sohnes in einem dubiosen Geschäft mit Kenianern verliert, versucht er es sich in Nairobi zurück zu holen. Er bittet die junge Leyla (Sibel Kekilli begleitet erneut eine "Gegen die Wand" rennende Figur) , die für ihn die englischen Briefe übersetzte, mit zu kommen.

Auf die in winterliches Weiß getauchten Bilder von der bayerischen Provinz folgen Bilder von in der Sonne gleißenden Hochhäusern und armseligen Blechhütten von Nairobi bzw. von gold-roter Steppen- und Berglandschaft. Wie der Protagonist ist auch Kamera und Musik ruhiger geworden. Bierbichler spielt und singt (in echt wie Schygulla "Gute Nacht") "Der Leiermann" aus Schuberts Liederzyklus "Winterreise" in der Hotelbar und treibt mit seiner bewegenden Performance nicht nur Leyla und dem von André Hennicke gespielten Exil-Deutschen, sondern auch dem Kinopublikum die Tränen in die Augen. Bierbichler, der schon in Steinbichlers mit etlichen Grimme-Preisen, und dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichneten Debüt "Hierankl" beeindruckte, trägt mit seiner Präsenz und gewaltigen schauspielerischen Bandbreite das von Drehbuchautor Martin Rauhaus und Steinbichler auf ihn zugeschnittene Drama, das den Namen emotional wirklich verdient hat. Die Kamera von Bella Halben (ihr gelingen tolle Bilder, ob nah an den Figuren oder die Weite der Landschaft einfangend, ob gestochen scharf oder gewollt unscharf) und die Musik (melodiöser Score und Songs) von Antoni Lazarkiwicz , beide übrigens aus dem "Hierankl"-Team, und selbst die Handlung ordnen sich der Darstellung eines psychischen Zustandes unter, nicht im klinischen Sinne, sondern künstlerisch überhöht - wie Schuberts titelgebender Liederzyklus. Der Krimiplot wird entsprechend nur angerissen, etliche Details bleiben ungeklärt und Hennickes Figur und noch mehr die eines blinden, alten Mannes sind keine echten Charaktere, Charons, die Brenninger auf seiner letzten Reise leiten, auf der "Straße, die noch keiner ging zurück", wie es im Text aus dem ersten im Film erklingenden Schubert-Lied heißt. Steinbichlers Ballade ist keine psychologische Studie, sondern ein packendes Melodram, in dem die vorherrschende Melancholie, Wutausbrüche und Downs durch die beißend-bayerischen Kommentare Brenningers aufgelockert werden, so dass bestimmt kein Zuschauer das Kino mit einer Depression verlässt. hai.

Winterreise

Franz Brenninger (Josef Bierbichler) hat es zu Ansehen und Vermögen gebracht. Doch Brenninger stößt durch seine Launenhaftigkeit alle vor den Kopf. Mal stark und impulsiv, mal gefangen in sich selbst, steht ihm nur noch seine Frau Martha (Hanna Schygulla) bei. Als sein Unternehmen kurz vor der Pleite steht, lässt er sich auf ein zweifelhaftes Geschäft mit kenianischen Geschäftsleuten ein. Doch schon bald ist klar: Er steht vor dem Nichts. Wild entschlossen sich auf eigene Faust sein Geld zurückzuholen, tritt er mit der jungen Dolmetscherin Leyla (Sibel Kekilli) eine Reise nach Kenia an. Eine Reise, die ihn zu sich selbst führen wird... Mit WINTERREISE ist Regisseur Hans Steinbichler ein Film voller Kraft, Poesie und Humor gelungen. Mitreißend und berührend erzählt er die Geschichte eines Mannes, der keine Regeln kennt und das Leben kompromisslos herausfordert. WINTERREISE ist der zweite Spielfilm von Hans Steinbichler, dessen fulminantes Debüt HIERANKL von der Kritik gefeiert und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Förderpreis Deutscher Film, dem Bayerischen Filmpreis und dem Adolf-Grimme-Preis mit Gold. WINTERREISE ist großes Schauspielerkino: Der renommierte Film- und Theaterschauspieler Josef Bierbichler gibt in einer darstellerischen Tour de Force eine wahre Meisterleistung. An seiner Seite ist Sibel Kekilli in ihrer ersten großen Rolle seit ihrem Durchbruch in Fatih Akins Film GEGEN DIE WAND zu sehen, für den sie u.a. mit dem Deutschen Filmpreis 2004 ausgezeichnet wurde. Schauspiellegende Hanna Schygulla konnte für die Rolle als Brenningers Ehefrau Martha gewonnen werden.

Quelle: Warner Home Video

Audiokommentar: von Regisseur Hans Steinbichler
Biografien:
Featurette: Eine Szene entsteht, Schauspieler allein im Baumarkt
Fotogalerie:
Making Of: Making-of "Winterreise"
Trailer:

Quelle: Warner Home Video

Darsteller:  Josef Bierbichler   als Franz Brenninger
  Sibel Kekilli   als Leyla
  Hanna Schygulla   als Martha Brenninger
  Philipp Hochmair   als Xaver, Sohn Brenningers
  Anna Schudt   als Paula, Tochter Brenningers
  André Hennicke   als Friedländer
  Stephan Bissmeier   als Notar
  Johann von Bülow   als Bankdirektor
  Brigitte Hobmeier   als Jacqueline
  Klaus Manchen   als Hans von Hoermann
  Aloysius Itoka   als Tom Uyi
  Torben Liebrecht   als Golffahrer
  Stefan Merki   als Arzt
 
Regie:  Hans Steinbichler  
Buch:  Martin Rauhaus  
Musik:  Antek Lazarkiewicz  
Kamera:  Bella Halben  
Produzent:  Uli Aselmann  
  Robert Marciniak  
 

Winterreise in der Fotoshow

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Josef Bierbichler

Deutscher Schauspieler. Bayrisches Urgestein, Kraftpaket auf der Bühne und im Film und 2007 mit dem Deutschen Filmpreis Lola als...

 

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Sibel Kekilli

Die in Heilbronn als Tochter türkischer Eltern geborene Sibel Kekilli gab 2004 mit der weiblichen Hauptrolle in Fatih Akins "Gegen die Wand"...