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Wir waren Helden

Ungeschminktes Kriegsspektakel, das die erste große Auseinandersetzung zwischen amerikanischen Soldaten und der vietnamesischen Volksarmee thematisiert.


Wir waren Helden

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.12.2002

Originaltitel: We Were Soldiers

Kriegsfilm/ Drama

USA 2002
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 16

Mel Gibson
Madeleine Stowe
Greg Kinnear

Regie: Randall Wallace
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In einem der größten emotionalen Epen des Jahres führt Superstar Mel Gibson seine Truppe junger Soldaten in einen verzweifelten Kampf ums nackte Überleben.

Allein im Kampf: Am Ende gibt es keine Gewinner (Foto: Concorde) Großansicht

Allein im Kampf: Am Ende gibt es keine Gewinner (Foto: Concorde)

Wer ist ein Held? Dem Schicksal von Männern, die der Sinnlosigkeit eines Krieges ausgeliefert sind, bei dem es am Ende keine Gewinner, sondern nur Verlierer gibt, nimmt sich dieses beeindruckende Epos in einer radikalen Form an.

Der Film spricht mit der Stimme dieser Männer, die in den Krieg zogen, und seines Regisseurs Randall Wallace, der mit seinen Drehbüchern zu "Braveheart" und "Pearl Harbor" schon andere Helden feierlich würdigte. Die zweite Regiearbeit des Hollywoodhistorikers ("Der Mann in der eisernen Maske") basiert auf den Erinnerungen von Lieutenant General Harold Moore und Reporter Joseph Galloway an 34 Tage, die 1965 nicht nur ihre Welt erschütterten.

Held Mel ist zu allem entschlossen (Foto: Concorde) Großansicht

Held Mel ist zu allem entschlossen (Foto: Concorde)

Schrecken des Todes

Erinnerungen an die erste große, brutale Feldschlacht des Vietnamkriegs, in der 400 Amerikaner auf eine Übermacht von 2000 Nordvietnamesen stießen. Wuchtig und mit einem sehr guten Darstellerensemble inszeniert, erzählt das zweieinhalbstündige Actionepos den Ablauf der Schlacht schonungslos nach. Es komprimiert den Schrecken auf drei Tage, in denen der Tod schockierend, abrupt oder quälend, aber immer nachwirkend zuschlägt.

Luft zum Atmen bleibt nur zu Beginn: Moore (Sympathiefigur: Mel Gibson) und sein stoischer Sergeant (Sam Elliott) versuchen in der Heimat junge, unerfahrene Soldaten auf die Realität des Kriegs vorzubereiten. Diese wird dann jedoch von der Wirklichkeit um ein Vielfaches übertroffen.

Zu sehen sind Bilder von Familien, von Kindern, von Naivität und nüchternem Realismus, den Moore mit "Männer werden sterben" beim Drill zusammenfasst. In der Nacht vor dem Abschied, wenn Moore seine Kinder ins Bett bringt und seine Frau (Madeleine Stowe) mit den Tränen ringt, gelingen bewegende Szenen schlichter Sprachlosigkeit.

Auf in die blutige Schlacht (Foto: Concorde) Großansicht

Auf in die blutige Schlacht (Foto: Concorde)

Kampf an der Front

Dann setzt uns der Film in Vietnam ab und Moores kleiner Haufen landet auf feindlichem, unbekanntem Gelände, um einen Hügel an der Grenze zu Kambodscha zu nehmen. Es ist ein sinnloser, blutgetränkter Einsatz zu Beginn eines unmoralischen Kriegs, der hier nicht diskutiert wird.

Die Perspektive ist authentisch, ist die von Soldaten, die nicht fragen dürfen, aber im Kampf antworten müssen. Wir sehen das Sterben, die Dummheit von Draufgängern, die Angst vor dem Tod und den Willen zum Überleben. Obwohl nur Nebendarsteller, bleibt der Gegner nicht gesichtslos, behält seine Würde und bringt am Ende die größten Opfer.

Nicht Nordvietnam ist das Feindbild dieses intensiven und diskussionswürdigen Dramas, sondern der Krieg und die Verantwortlichen in seinem Schatten, die Leben gedanken- und skrupellos verheizen, als hätte es eine zweite Chance.

Wir waren Helden

Zum vierten Mal seit vergangenen November zieht Hollywood in den Krieg. Nach dem Balkan ("Im Fadenkreuz"), Somalia ("Black Hawk Down") und Deutschland ("Hart's War") heißt das Einsatzziel nun Vietnam, wo sich 400 amerikanische Soldaten im November 1965 zum ersten Feuergefecht mit dem neuen Feind im Ia-Drang-Tal einfinden. Getragen vom gleichen Pomp, Pathos und Patriotismus, die Regisseur und Autor Randall Wallace zuvor bereits seinem Skript für "Pearl Harbor" angedeihen ließ, geht es der Verfilmung des Tatsachenromans "We Were Soldiers Once... and Young", den der damalige Einsatzleiter Lt. Gen. Hal Moore mit Hilfe des Journalisten Joe Galloway schrieb, vor allem um die denkbar ungeschminkte Darstellung der ausgedehnten Kampfeshandlungen und ein gerüttelt Maß an Denkmalspflege. Dank Mel Gibson, nach "Der Patriot" erneut als gläubiger Familienvater im Einsatz für Gott und Vaterland, kann sich das blutgetränkte Schlachtengemälde auf einen ebenso menschlichen wie charismatischen Mittelpunkt verlassen.

Uneingeschränkte Pflichtbewusstsein ist die große Tugend, die die Soldaten im Tal des Todes und die Filmemacher, die deren beschwerlichen Gang durch die Hölle und zurück mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln nachgestellt haben, vereint. Da, wo es keinen politischen oder historischen Kontext und auch kein erkennbares Interesse daran gibt, muss die von Mel Gibson seinen Truppen kurz vor Losbrechen einer der grausamsten und intensivsten Schlachten des Vietnamkriegs zugeraunte Ansage, es gelte jetzt zu tun, wozu man gekommen sei, als Motivation ausreichen. Nicht um das Warum, sondern um das Wie dreht sich "Wir waren Helden" also, der viel Zeit darauf verwendet, Gibson und einige seiner Männer vor dem großen Massaker im familiären Umfeld als Männer wie du und ich zu zeigen. Es wird viel gebetet, geweint und gezittert im Kreise der Liebsten, bevor der Film um die Stundenmarke in Vietnam ans Eingemachte geht.

Anders als in dem in seiner Bemühung um Authentizität durchaus vergleichbaren "Black Hawk Down" ist die emotionale Bindung zu den Figuren unerlässlich: Nach konventionellem Kriegsfilmmuster spielt Wallace seine Trümpfe aus. Weder als Autor noch als Regisseur darf er Subtilität zu seinen Stärken zählen, aber immerhin versteht er es, all die richtigen Knöpfe zu drücken, um das Publikum unablässig in sein mit tiefem Ernst und deutlich erkennbaren Kloß im Hals vorgetragenes Heldenlied vom braven Soldaten zu involvieren. Und mit Dean Semler hat er einen Kameramann, der die Kohlen mit starken Bildern aus dem Feuer holt, wenn dem Autor von "Braveheart" beim Inszenieren die Hand allzu schwer wird. Natürlich weiß auch Wallace um die grausame Natur des Krieges: Etliche unappetitliche Szenen mit abgetrennten Körperteilen und fürchterlichen Verbrennungen mögen ausreichend Indiz dafür sein. Gleichwohl wird die unmenschliche Mission nie in Frage gestellt; stets steht für alle Beteiligten unumstößlich fest, dass man den Nebenmann nie im Stich lassen darf. Vorbild für die Männer im Feld ist natürlich Mel Gibson, der den Hal Moore als aufrichtigen Katholiken und umsichtigen Strategen so spielt, dass ihm auch John Wayne anerkennend auf die Schulter klopfen würde. Auch im Angesicht des unvermeidlich erscheinenden Untergangs hat er das Wohlergehen seiner Untergebenen im Sinn, während zu Hause die Frauen um seine Gattin (Madeleine Stowe mit unvorteilhafter Perücke und frisch aufgespritzten Lippen) bangen und in sehr bewegenden Szenen die Nachrichten vom Tod ihrer Liebsten entgegen nehmen müssen.

Auch der Feind kommt nicht zu kurz. Schon in "Pearl Harbor" hatte Wallace versucht, auch den Japanern gerecht zu werden. In "Wir waren Helden" greift er die Idee auf und verneigt sich auch vor den vietnamesischen Soldaten, denen er Familien, Emotionen und Angst zugesteht. Und doch fiele es leicht, die mit verbalen Platitüden ("Ich bin froh, dass ich für mein Land sterben konnte", "Papa, was ist Krieg?") und aufrichtig anschwellendem Schmalzscore ausgestattete Saga vom Tod fürs Vaterland als ehrenrührig, naiv oder gar reaktionär abzutun, hätte Wallace nicht auch ketzerische Stolpersteine eingestreut: Beide Hauptfiguren - neben Moore noch der von Barry Pepper dargestellte Journalist Galloway - sind von Zweifeln an dem Krieg geplagte Liberale und nicht Gungho-Kriegstreiber. Galloway geht in einer Szene schließlich soweit, die Waffe angewidert von sich zu schleudern. Vor allem aber der abschließende Gedanke des vietnamesischen Befehlshabers, der Krieg hätte vermieden werden können, wenn Amerika diese eine Schlacht verloren hätte, ist ein Nadelstich, der sitzt - und der beschließenden Umarmung von Moore und Ehefrau vor dem Sternenbanner einen fahlen Beigeschmack gibt. ts.

Darsteller:  Mel Gibson   als Lt. Col. Hal Moore
  Madeleine Stowe   als Julie Moore
  Greg Kinnear   als Major Bruce Crandall
  Sam Elliott   als Sgt.-Major Basil Plumley
  Chris Klein   als Lt. Jack Geoghegan
  Keri Russell   als Barbara Geoghegan
  Barry Pepper   als Joe Galloway
  Don Duong   als Lt. Co. Nguyen Huu An
  Ryan Hurst   als Sergeant Ernie Savage
  Robert Bagnell   als 1st Lt. Charlie Hastings
  Marc Blucas   als 2nd Lt. Henry Herrick
  Josh Daugherty   als Bob Ouelette
  Jsu Garcia   als Capt. Tony Nadal
  Ion Hamm   als Capt. Matt Dillon
  Clark Gregg   als Capt. Tom Metsker
  Desmond Harrington   als Bill Beck
  Blake Heron   als Galen Bungum
  Erin MacArthur   als Russel Adams
  Edwin Morrow   als Gef. Willie Godbolt
  Dylan Walsh   als Capt. Bob Edwards
  Mike White   als SFC Haffner
  Mark McCracken   als Ed "Too Tall" Freeman
 
Regie:  Randall Wallace  
Buch:  Randall Wallace  
Musik:  Nick Glennie-Smith  
Kamera:  Dean Semler  
Produzent:  Bruce Davey  
  Stephen McEveety  
  Randall Wallace  

Gibson in Mad Max 4?

Gibson als Ex-Cop Max im endzeitlichen Australien

Gibson als Ex-Cop Max im endzeitlichen Australien

Endzeitmythos mit Kultstatus - das war die "Mad Max"-Trilogie in den atomkriegbedrohten Achzigern. Mel Gibson schubste als Racheengel Endzeitpunks vom Wüstenbuggy und rettete unter der Regie von George Miller die Welt - beziehungsweise das, was noch davon übrig war. Lange Jahre hatten Fans auf eine Fortsetzung gehofft, immer wieder waren Gerüchte aufgeflammt, doch jetzt hat sich Gibson selbst zu Wort gemeldet:

"Die Chance dazu würde ich mir sicher nicht entgehen lassen. Mit George würde ich jederzeit zusammenarbeiten, selbst wenn wir nur einen Werbespot für Rasierklingen drehen. Er ist einer der Regisseure, mit denen ich schon lange wieder einen Film machen will."

Aktuell glänzt Mel im blutigen Kriegsdrama "Wir waren Helden", im September kommt sein Mystery- und Transzendenz-Thriller "Signs - Zeichen" in die Kinos.

 

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Mel Gibson

Internationaler Filmstar, Regisseur und Produzent. Geboren in Peekskill, New York (australische Staatsbürgerschaft). Familie: seit 1980 verheiratet...

 

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Madeleine Stowe

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