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Leihvideo
Erhältlich seit:
18.12.2002
Originaltitel: We Were Soldiers
USA 2002
Laufzeit: 121 Min.
FSK: ab 16
Mel Gibson
Madeleine Stowe
Greg Kinnear
Regie: Randall Wallace
EuroVideo Bildprogramm

Zum vierten Mal seit vergangenen November zieht Hollywood in den Krieg. Nach dem Balkan ("Im Fadenkreuz"), Somalia ("Black Hawk Down") und Deutschland ("Hart's War") heißt das Einsatzziel nun Vietnam, wo sich 400 amerikanische Soldaten im November 1965 zum ersten Feuergefecht mit dem neuen Feind im Ia-Drang-Tal einfinden. Getragen vom gleichen Pomp, Pathos und Patriotismus, die Regisseur und Autor Randall Wallace zuvor bereits seinem Skript für "Pearl Harbor" angedeihen ließ, geht es der Verfilmung des Tatsachenromans "We Were Soldiers Once... and Young", den der damalige Einsatzleiter Lt. Gen. Hal Moore mit Hilfe des Journalisten Joe Galloway schrieb, vor allem um die denkbar ungeschminkte Darstellung der ausgedehnten Kampfeshandlungen und ein gerüttelt Maß an Denkmalspflege. Dank Mel Gibson, nach "Der Patriot" erneut als gläubiger Familienvater im Einsatz für Gott und Vaterland, kann sich das blutgetränkte Schlachtengemälde auf einen ebenso menschlichen wie charismatischen Mittelpunkt verlassen.
Uneingeschränkte Pflichtbewusstsein ist die große Tugend, die die Soldaten im Tal des Todes und die Filmemacher, die deren beschwerlichen Gang durch die Hölle und zurück mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln nachgestellt haben, vereint. Da, wo es keinen politischen oder historischen Kontext und auch kein erkennbares Interesse daran gibt, muss die von Mel Gibson seinen Truppen kurz vor Losbrechen einer der grausamsten und intensivsten Schlachten des Vietnamkriegs zugeraunte Ansage, es gelte jetzt zu tun, wozu man gekommen sei, als Motivation ausreichen. Nicht um das Warum, sondern um das Wie dreht sich "Wir waren Helden" also, der viel Zeit darauf verwendet, Gibson und einige seiner Männer vor dem großen Massaker im familiären Umfeld als Männer wie du und ich zu zeigen. Es wird viel gebetet, geweint und gezittert im Kreise der Liebsten, bevor der Film um die Stundenmarke in Vietnam ans Eingemachte geht.
Anders als in dem in seiner Bemühung um Authentizität durchaus vergleichbaren "Black Hawk Down" ist die emotionale Bindung zu den Figuren unerlässlich: Nach konventionellem Kriegsfilmmuster spielt Wallace seine Trümpfe aus. Weder als Autor noch als Regisseur darf er Subtilität zu seinen Stärken zählen, aber immerhin versteht er es, all die richtigen Knöpfe zu drücken, um das Publikum unablässig in sein mit tiefem Ernst und deutlich erkennbaren Kloß im Hals vorgetragenes Heldenlied vom braven Soldaten zu involvieren. Und mit Dean Semler hat er einen Kameramann, der die Kohlen mit starken Bildern aus dem Feuer holt, wenn dem Autor von "Braveheart" beim Inszenieren die Hand allzu schwer wird. Natürlich weiß auch Wallace um die grausame Natur des Krieges: Etliche unappetitliche Szenen mit abgetrennten Körperteilen und fürchterlichen Verbrennungen mögen ausreichend Indiz dafür sein. Gleichwohl wird die unmenschliche Mission nie in Frage gestellt; stets steht für alle Beteiligten unumstößlich fest, dass man den Nebenmann nie im Stich lassen darf. Vorbild für die Männer im Feld ist natürlich Mel Gibson, der den Hal Moore als aufrichtigen Katholiken und umsichtigen Strategen so spielt, dass ihm auch John Wayne anerkennend auf die Schulter klopfen würde. Auch im Angesicht des unvermeidlich erscheinenden Untergangs hat er das Wohlergehen seiner Untergebenen im Sinn, während zu Hause die Frauen um seine Gattin (Madeleine Stowe mit unvorteilhafter Perücke und frisch aufgespritzten Lippen) bangen und in sehr bewegenden Szenen die Nachrichten vom Tod ihrer Liebsten entgegen nehmen müssen.
Auch der Feind kommt nicht zu kurz. Schon in "Pearl Harbor" hatte Wallace versucht, auch den Japanern gerecht zu werden. In "Wir waren Helden" greift er die Idee auf und verneigt sich auch vor den vietnamesischen Soldaten, denen er Familien, Emotionen und Angst zugesteht. Und doch fiele es leicht, die mit verbalen Platitüden ("Ich bin froh, dass ich für mein Land sterben konnte", "Papa, was ist Krieg?") und aufrichtig anschwellendem Schmalzscore ausgestattete Saga vom Tod fürs Vaterland als ehrenrührig, naiv oder gar reaktionär abzutun, hätte Wallace nicht auch ketzerische Stolpersteine eingestreut: Beide Hauptfiguren - neben Moore noch der von Barry Pepper dargestellte Journalist Galloway - sind von Zweifeln an dem Krieg geplagte Liberale und nicht Gungho-Kriegstreiber. Galloway geht in einer Szene schließlich soweit, die Waffe angewidert von sich zu schleudern. Vor allem aber der abschließende Gedanke des vietnamesischen Befehlshabers, der Krieg hätte vermieden werden können, wenn Amerika diese eine Schlacht verloren hätte, ist ein Nadelstich, der sitzt - und der beschließenden Umarmung von Moore und Ehefrau vor dem Sternenbanner einen fahlen Beigeschmack gibt. ts.
| Darsteller: | Mel Gibson | als Lt. Col. Hal Moore | |
|---|---|---|---|
| Madeleine Stowe | als Julie Moore | ||
| Greg Kinnear | als Major Bruce Crandall | ||
| Sam Elliott | als Sgt.-Major Basil Plumley | ||
| Chris Klein | als Lt. Jack Geoghegan | ||
| Keri Russell | als Barbara Geoghegan | ||
| Barry Pepper | als Joe Galloway | ||
| Don Duong | als Lt. Co. Nguyen Huu An | ||
| Ryan Hurst | als Sergeant Ernie Savage | ||
| Robert Bagnell | als 1st Lt. Charlie Hastings | ||
| Marc Blucas | als 2nd Lt. Henry Herrick | ||
| Josh Daugherty | als Bob Ouelette | ||
| Jsu Garcia | als Capt. Tony Nadal | ||
| Ion Hamm | als Capt. Matt Dillon | ||
| Clark Gregg | als Capt. Tom Metsker | ||
| Desmond Harrington | als Bill Beck | ||
| Blake Heron | als Galen Bungum | ||
| Erin MacArthur | als Russel Adams | ||
| Edwin Morrow | als Gef. Willie Godbolt | ||
| Dylan Walsh | als Capt. Bob Edwards | ||
| Mike White | als SFC Haffner | ||
| Mark McCracken | als Ed "Too Tall" Freeman | ||
| Regie: | Randall Wallace | ||
| Buch: | Randall Wallace | ||
| Musik: | Nick Glennie-Smith | ||
| Kamera: | Dean Semler | ||
| Produzent: | Bruce Davey | ||
| Stephen McEveety | |||
| Randall Wallace | |||
Wir waren Helden in der Fotoshow
Features
Der Titel enthält folgende Features
Sprachen: Deutsch
Tonformat: HiFi Stereo
Bildformat: Vollbild (4:3)
Star
Mel Gibson
Internationaler Filmstar, Regisseur und Produzent. Geboren in Peekskill, New York (australische Staatsbürgerschaft). Familie: seit 1980 verheiratet...
Star
Madeleine Stowe
Eine der schönsten Frauen des amerikanischen Films und in der Genealogie der Stars in der Traditionslinie romantischer Brünetter wie Gene...
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