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Womb

Stilstrenger Kunstfilm über eine Frau, die ihren ums Leben gekommen Geliebten klonen lässt, selbst austrägt und großzieht.


Womb

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Erhältlich seit:
18.11.2011

Drama/ Science Fiction

Deutschland/Ungarn/Frankreich 2010
Laufzeit: 108 Min.
FSK: ab 16

Eva Green
Matt Smith
Lesley Manville

Regie: Benedek Fliegauf
Lighthouse Home Entertainment Vertriebs GmbH & Co. KG

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Womb

Rebecca trifft ihren seit Längerem nicht mehr gesehenen Kindheitsfreund Thomas wieder und verliebt sich in ihn. Kurz darauf verliert sie ihn wieder bei einem tödlichen Unfall. Gegen den Willen ihrer Eltern fasst sie einen unfassbaren Entschluss. Mithilfe neuester Technik lässt sie Thomas klonen und trägt das Kind aus - und das, obwohl er zu Lebzeiten ein Gegner der Gentechnik war. Zu dem heranwachsenden Jungen entwickelt Rebecca eine zusehends inzestuöse Beziehung, lässt ihn über seine Herkunft aber im Unklaren.

Der ungarische Regisseur Benedek Fliegauf, der bereits mit seinem Debütfilm "Dealer" von 2003 mit seinem eigenwilligen Stil eine Marke setzte, widmet sich einem eher ungewöhnlichen Thema für einen unbedingten Kunstfilm. Hochästhetisiert konzentriert er sich mit statischen Totalen oder beklemmenden Closeups, einem extrem langsamen Erzählrhythmus und einer alles schluckenden Stille vor allem auf die Symbolik seines Werkes. In den Hauptrollen kann er sich dabei auf das Ex-Bond-Girl Eva Green und "Doctor Who" Matt Smith verlassen.

Womb

Mit Eva Green prominent besetztes, ödipales Arthaus-Werk, das die Science-Fiction-Idee des Klonens als atmosphärisches Stillstands-Gemälde umsetzt.

Eine Prämisse, die oft für SciFi-(Horror)Fantasien diente, gerinnt unter den stilstrengen Händen von Benedek Fliegauf ("Dealer") zu einem unbedingten Kunstfilm, der sich dem Klonen stimmungsbetont und hochästhetisch nähert. Bond-Girl Eva Green ("Casino Royale") tritt darin als Rebecca auf, eine Liebende, die ihren gerade wiedergefundenen Kindheitsfreund Thomas (Matt Smith aus "Outsourced") bei einem tödlichen Unfall verliert, ihn gegen den Willen seiner Eltern als Klon austrägt und den Jungen in einer zunehmend inzestuösen Beziehung großzieht. Ausgerechnet der vormalige Gen-Gegner erhält durch den Replikations-Fortschritt ein zweites Leben, wird von seiner Mutter trotz drängender Fragen aber über seine wahre Herkunft im Unklaren gelassen.

Fernab technikbetonter Zukunftsvisionen stellt der Ungar Fliegauf ein auf Englisch entstandenes, romantisches Kunstmärchen vor, dessen besonderes Augenmerk auf der Atmosphäre liegt. "Womb" wurde auf Sylt und Eiderstedt an der sturmumtosten Nordseeküste gedreht und spielt zumeist in einem einsamen Stelzenhaus: Ein Isolations-Kammerspiel in wolkenverhangener Watteinsamkeit, das permanent an Caspar David Friedrichs "Mönch am Meer" gemahnt und zeit- wie ortsunspezifisch in dieser bleischweren Seelenlandschaft spielt.

Schon Fliegaufs Filmdebüt über einen Tag im Leben eines Drogendealers sprach vor allem Experimentierfreudige an und daran hat sich in "Womb" nichts geändert. Der Ansatz folgt einer Geistergeschichte, die konsequent entrationalisiert wurde, die aber ebenso den Zugang zu Psyche und Emotionen verweigert. Die Distanz zu den Darstellern kann Fliegauf dabei nicht überbrücken, zu sehr fokussiert er auf seine stilistische Manier, die das Kunstsinnige destilliert: Statische Totalen oder beklemmende Close-Ups, ein grotesk langsamer Erzählrhythmus und eine alles schluckende Stille. Diese lyrische Parabel auf Orpheus und Eurydike polarisiert mit einer Kombination aus schweigesamer Inszenierung, einfachen Figuren und Dialogen, überzeugt zugleich aber durch dunkel-poetische Verlorenheits-Symbolik. tk.

Darsteller:  Eva Green   als Rebecca
  Matt Smith   als Thomas
  Lesley Manville   als Judith
  Peter Wight   als Ralph
  Tristan Christopher   als Thomas, 10 Jahre alt
  Ruby O. Fee   als Rebecca, 9 Jahre alt
  István Lénárt   als Henry
  Hannah Murray   als Monica
 
Regie:  Benedek Fliegauf  
Buch:  Benedek Fliegauf  
Musik:  Max Richter  
Kamera:  Péter Szatmári  
Produzent:  Roman Paul  
  Gerhard Meixner  
  András Muhi  
 

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