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World Trade Center

Erste Hollywood-Produktion, die sich unmittelbar mit dem Terroranschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 auseinandersetzt.


World Trade Center

Leihvideo

Erhältlich seit:
29.01.2007

Drama

USA 2006
Laufzeit: 124 Min.
FSK: ab 12

Nicolas Cage
Michael Peña
Maggie Gyllenhaal

Regie: Oliver Stone
Paramount Home Entertainment

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Oliver Stones bewegendes Drama über einen Überlebenskampf, der Licht in den schwärzesten Tag Amerikas brachte.

John will sofort helfen (Foto: UIP) Großansicht

John will sofort helfen (Foto: UIP)

Geschichten genug gibt es über den 11. September. Einige, die Amerika vielleicht nicht hören möchte, viele mehr aber, die jeder sehen sollte. Wie dieses auf Tatsachen beruhende Drama über ganz normale Menschen in übermächtigen Situationen. Die Zerrissenheit von Größe behandelte Oliver Stone zuletzt in seinem Epos "Alexander". Sein neuer Film aber konzentriert sich auf das Positive im Menschen, das oft gerade in den schlimmsten Stunden am deutlichsten sichtbar wird.

Friedlich, verschlafen, wie ein Bilderbuchtag beginnt der 11. September an der amerikanischen Ostküste - auch für die Polizisten John McLoughlin (Nicolas Cage) und Will Jimeno (Michael Peña) von der New Yorker Hafenbehörde. Wie ein stiller Beobachter begleitet der Film ihren Aufbruch zur Arbeit und die Routine der morgendlichen Einsatzbesprechung.

Die Straßen sind komplett verwüstet (Foto: UIP) Großansicht

Die Straßen sind komplett verwüstet (Foto: UIP)

Eine Stadt im Trümmerregen

Dann plötzlich pulverisiert das Chaos die Normalität, als der Schatten eines Flugzeugs über die Fassade eines Hochhauses huscht und nichts mehr sein kann wie noch Sekunden zuvor. Die Kollisionen selbst zeigt Stones Film nicht, wohl aber die Atmosphäre von Verunsicherung und Verstörung, die sich über die Metropole legt.

In dieser Situation panischer Desorientierung, in der die Türme zwar brennen, den noch unerklärlichen Einschlägen aber zu trotzen scheinen, reagiert McLoughlin. Es regnet Akten und glutheiße Trümmerteile vom Himmel - Angst regiert, nicht blindes Heldentum. Gerade drei Freiwillige kann McLoughlin zum Rettungseinsatz motivieren. Mit diesen Männern dringt er in den Eingangsbereich des World Trade Center vor, während draußen die Körper der Verzweifelten auf dem Asphalt zerschmettern.

Gibt es noch irgendwo ein Lebenszeichen? (Foto: UIP) Großansicht

Gibt es noch irgendwo ein Lebenszeichen? (Foto: UIP)

Zerstörung von unfassbarem Ausmaß

Als Minuten später beide Türme einstürzen, begräbt das Inferno Tausende unter sich. Eine faszinierende, aber auch schockierende Kamerafahrt durch die Stockwerke hoch aufgetürmte, instabile Masse aus Beton, Metall und kleinen Hohlräumen bis hinauf zu den Wolken zeigt das Ausmaß der Zerstörung.

Tief verschüttet in diesem ständig einsturzgefährdeten Trümmerchaos sind auch McLoughlin und Jimeno. Eingekeilt, schwer verletzt und ohne Blickkontakt zueinander beginnen sie miteinander zu reden, versuchen dem Schmerz und dem Schlaf nicht nachzugeben, aus dem es vielleicht kein Erwachen gibt. Ihre Zeit des Leidens und der Hoffnung wie auch die ihrer Frauen (Maria Bello, Maggie Gyllenhaal) und der scheinbar aussichtslose Kampf um ihre Rettung steht im Mittelpunkt dieses Films.

Alison hofft, dass ihr Mann noch am Leben ist (Foto: UIP) Großansicht

Alison hofft, dass ihr Mann noch am Leben ist (Foto: UIP)

Fakten aus dem wahren Leben

Nachdenklich erzählt "World Trade Center" von einer großen Tragödie, erinnert im Angesicht des Todes an die kleinen Momente, die das Leben so wertvoll machen und macht dabei auch unbekannte Details öffentlich. Jimenos Jesus-Vision mag wie eine Predigt, die eigenwillige spontane Suchaktion eines Ex-Marine wie ein Heldengedicht klingen. Beides aber sind Fakten.

Sie abzubilden hat sich Stone, sonst großen Lügen auf der Spur, vorgenommen. Mit Gefühl und Humanität, womit nach "Flug 93" auch dieser Septemberfilm Pflicht ist.

World Trade Center

Es ist nie zu früh für einen guten Film: Nachdem Paul Greengrass sich dem großen Trauma 9/11 in "Flug 93" mit dokumentarischer Strenge näherte, wählt Oliver Stone für seine Aufarbeitung des verheerendsten Terroranschlags auf amerikanischem Boden einen regelrecht konträren Ansatz: "World Trade Center" setzt der Tragödie in Form eines intensiven Survivaldramas ein Maximum an Emotion entgegen.

Balsam für eine geschundene Volksseele will der Film des einstmals kämpferischsten aller amerikanischen Mainstreamfilmer sein - und womöglich auch eine Wiedergutmachung dafür, dass Stone das konservative Kinopublikum in den Red States zuletzt in "Alexander" mit so etwas Unerhörtem wie einem bisexuellen Feldherren konfrontierte. Denn kontrovers ist an "World Trade Center" nur das Thema selbst, nicht aber dessen Aufarbeitung und der Inhalt. Konsequent vertraut Stone in dem ungewöhnlich konventionell inszenierten Stoff auf das Regelwerk des Melodrams, als müsste man auf Vertrautes bauen, um sich überhaupt inmitten des Wahnsinns dieses Tages zu wagen. Familie, Liebe und Hoffnung sind der Kitt, der bleibt, wenn die Kamera das Trümmerfeld in Downtown Manhattan mit den beiden überlebenden Polizeibeamten John McLoughlin und Will Jimeno nach aufreibenden 120 Minuten endgültig verlässt. Auf ihrer denkbar simplen Geschichte am 11. September 2001 fußt der gesamte Film, der Politik außen vorlässt und den Fokus einzig auf die menschliche Dimension der Tragödie richtet.

Entsprechend sind die ersten Bilder des Films von einem friedlichen, schlafenden New York mit der vertrauten Skyline mit den Twin Towers bereits aufgeladen mit einer furchtbaren Spannung - die Ruhe vor dem Sturm des Jahrhunderts. Mit schnellen Schnitten skizziert Oliver Stone die tägliche Routine der Männer, die gleich in den Mittelpunkt des Films rücken werden: Den nahenden Horror zeigt er nur kurz anhand des vorbei huschenden Schattens von Flug AA 11 auf einem Hochhaus. Ganz nah ist die Kamera an den Polizisten dran, als sie aus dem Alltag gerissen werden und im Bus dem Inferno entgegen fahren, trotz akuter Lebensgefahr in den Nordturm stürmen und beim Einsturz des Gebäudes im Fahrstuhlschacht Zuflucht suchen. Dabei gelingen dem Regisseur außergewöhnlich eindringliche Bilder, von denen der Film bis zum Ende zehrt. Denn was folgt, ist ein Stillleben des Schreckens: Die Hölle auf Erden, das ist hier nicht die Auflösung aller Ordnung an der Oberfläche, sondern die Qual der Beamten McLoughlin und Jimeno, eingeklemmt nicht in der Lage zu sein, irgendetwas zu tun. Ruhig hält die Kamera in Großaufnahme auf die von Schmerz und Verzweiflung gezeichneten Gesichter von Nicolas Cage und Michael Pena, die nur die gemeinsame Unterhaltung am Leben hält. Um die Klaustrophobie nicht völlig unerträglich zu machen, schneidet Stone immer wieder auf ihre Lieben (Maria Bello und Maggie Gyllenhaal) und die Rettungsunternehmungen in Ground Zero. Doch das Zentrum sind die beiden Cops, denen der Film das verweigert, was amerikanische Heroen gemeinhin ausmacht: Sie dürfen keine Männer der Tat sein. Dass ihnen der Film dafür ein Denkmal setzt, macht ihn doch verblüffend subversiv. Und natürlich ungemein emotional: Seiner Tränen muss man sich hier nicht schämen. ts.

Darsteller:  Nicolas Cage   als John McLoughlin
  Michael Peña   als Will Jimeno
  Maggie Gyllenhaal   als Alison Jimeno
  Maria Bello   als Donna McLoughlin
  Stephen Dorff   als Scott Strauss
  Jay Hernandez   als Dominick Pezzulo
  Michael Shannon   als Dave Karnes
  Brad Henke   als Jerry
  Peter McRobbie   als Paul
  Frank Whaley   als Chuck Sereika
  Wass M. Stevens   als Pat McLoughlin
 
Regie:  Oliver Stone  
Buch:  Andrea Berloff  
Musik:  Craig Armstrong  
Kamera:  Seamus McGarvey  
Produzent:  Michael Shamberg  
  Stacey Sher  
  Moritz Borman  
  Debra Hill  
  Oliver Stone  

Stone plant Film über Afghanistankrieg

Er hat ein Händchen für explosive Themen.

Plant wieder einen Antikriegsfilm: Oliver Stone (Foto: Kurt Krieger) Großansicht

Plant wieder einen Antikriegsfilm: Oliver Stone (Foto: Kurt Krieger)

In "Platoon" und "Geboren am 4. Juli" setzte sich Oliver Stone mit dem Vietnamkrieg auseinander. Auch in "Jawbreaker" widmet er sich, wie in seinem aktuellen Film "World Trade Center", wieder einem brisanten Thema - den Folgen der Terroranschläge vom 11. September 2001. Im Mittelpunkt des Films steht die Invasion Afghanistans, die die amerikanische Regierung als Reaktion auf die Terroranschläge durchführte: Die Talibanherrschaft sollte beendet und der Al Quaida-Anführer Osama bin Laden dingfest gemacht werden.

Das Skript basiert zum Teil auf dem Buch "Jawbreaker" von Gary Berntsen. Dieser war als CIA-Agent vor allem für die Koordination von CIA und Special Operation Forces zuständig, die im Afghanistankrieg kooperierten.

Stone lässt sich Zeit

Überarbeitet werden soll das Skript von Cyrus Nowrasteh, der sich in seiner kontroversen Mini-TV-Serie "The Path to 9/11" schon mal mit der Thematik der Terroranschläge auseinandergesetzt hatte.

Mit der Realisierung des Projekts hat es Stone scheinbar nicht eilig. Obwohl er sich schon vor Monaten die Rechte an dem Stoff gesichert hat, steht noch nicht fest, wann der Film in die Kinos kommt.

 

World Trade Center in der Fotoshow

 

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