DVD Leihvideo

Yella

Abschluss von Christian Petzolds loser Vergangenheits-Trilogie, in der eine junge Frau im Westen ein neues Leben beginnt, es allerdings nicht bewältigen kann.


Yella

Leihvideo

Erhältlich seit:
18.04.2008

Drama

Deutschland 2007
Laufzeit: 84 Min.
FSK: ab 12

Nina Hoss
Devid Striesow
Hinnerk Schönemann

Regie: Christian Petzold
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Abschluss von Christian Petzolds loser Vergangenheits-Trilogie, in der eine junge Frau im Westen ein neues Leben beginnt, es allerdings nicht bewältigen kann.

Kann Yella ihrem alten Leben, ihrer alten Liebe, entkommen? (Foto: Piffl) Großansicht

Kann Yella ihrem alten Leben, ihrer alten Liebe, entkommen? (Foto: Piffl)

Nichts hält Yella (Nina Hoss) mehr in der öden Kleinstadt Wittenberge: Nach einer gescheiterten Ehe und zerplatzten Träumen lässt sie den Osten hinter sich, um im Westen neu anzufangen - jenseits der Elbe in Hannover.

Zufällig trifft sie Philipp (Devid Striesow) und macht an seiner Seite in der Welt des Venture-Kapitals Karriere, Gefühle flammen auf. Doch in das zerbrechliche Glück schleichen sich Momente aus der Vergangenheit, die Yellas neues Leben bedrohen.

Wie immer intensiv und präzise: Christian Petzold auf den Spuren der Liebe in Zeiten des Risiko-Kapitals. Nach "Die innere Sicherheit" und "Gespenster" beendet Petzold, Kopf der sogenannten Berliner Schule, eine lose gestaltete Trilogie von Filmen über Menschen, die unerwartet von Dämonen der Vergangenheit eingeholt werden.

Philipp bietet Yella einen guten Job an (Foto: Piffl) Großansicht

Philipp bietet Yella einen guten Job an (Foto: Piffl)

Intensives Rätsel

Mit Nina Hoss ("Nackt") in der Titelrolle setzt Petzold mit "Yella" sein kühles, verrätselndes und doch so intensives Kino der Ambivalenz fort.

Yella

Eine Frau im Osten lässt alles hinter sich, um im Westen neu anzufangen. Aber sie kann der Vergangenheit nicht entkommen, den alten Ängsten, dem alten Leben, der alten Liebe.

Yella hält nichts mehr in Wittenberge, der öden Kleinstadt im Osten, wo es nach einer gescheiterten Ehe und gescheiterten Träumen keine Zukunft gibt. Sie macht sich auf nach Westen, auf die andere Seite der Elbe nach Hannover. Nur eine Stunde entfernt, aber dazwischen liegen nicht nur Fluss und Felder, sondern Welten. Wer Christian Petzold kennt, weiß um die versteckten Fallstricke, in denen sich nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Zuschauer verfangen und die er auch im dritten Teil seiner sogenannten "Gespenster-Trilogie" genüsslich auslegt. Da geht Yella noch einmal durch die heimischen Straßen, verfolgt von ihrem Mann, der die Realität verdrängt, Liebe und Leben nicht als Rohmaterial sieht, das die endgültige Form noch finden muss, sondern als in Stein gemauertes Bekenntnis und dabei nicht merkt, dass sich das Objekt der Begierde nur noch mehr seinem Drängen entzieht. In Hannover erwartet die junge Frau eine große Enttäuschung, die neue Firma ist in Auflösung begriffen, der Job perdu. Aber bevor Yella sich am nächsten Morgen in den Zug setzt, trifft sie Philipp, ein smarter Typ ohne Skrupel und Sentimentalität tätig für eine Private Equity-Firma, der sich durch die Globalisierung powert. Und Yella bewährt sich als seine Assistentin und Stichwortgeberin, gemeinsam zocken sie in der moralischen Grauzone gutgläubige Kunden ab. Völlig überraschend flammen in der kalten Atmosphäre aus Glas und Stahl Gefühle auf, eine Contradictio, ist Liebe hier doch weniger als ein Wort. Doch in das zerbrechliche Glück schleichen sich Momente der Vergangenheit, Bilder und Stimmen, die das neue Leben bedrohen.

Mit einem gelungenen Kniff stellt Petzold das, was wir gerne einordnen, in Frage, spielt dem, was wir glauben zu sehen und verzaubert mit durchkomponierten Bildern. Mit Devid Striesow und Hinnerk Schönemann sind die Männerrollen hochkarätig besetzt. Aber es ist eine von Melancholie umflorte Nina Hoss, die in ihrer inneren Zerrissenheit die Aufmerksamkeit auf sich zieht, im Wechsel aus Nähe und Distanz, Anspannung und Entspannung. Vergeblich bleibt ihr Versuch, sich in der Vorläufigkeit einzurichten. Verunsichert umgibt sie sich mit Härte als Schutz gegen Verletzungen, nur die Augen lassen tiefe Verwundungen ahnen, schmerzhafte Brüche in der Biografie. Sie hat mehr als nur einen Fluss überquert. mk.

Darsteller:  Nina Hoss   als Yella
  Devid Striesow   als Philipp
  Hinnerk Schönemann   als Ben
  Burghart Klaußner   als Dr. Gunthen
  Barbara Auer   als Barbara Gunthen
  Christian Redl   als Yellas Vater
  Selin Barbara Petzold   als Dr. Gunthens Tochter
  Wanja Mues   als Sprenger
  Michael Wittenborn   als Schmitt-Ott
  Martin Brambach   als Dr. Fitz
  Joachim Nimtz   als Prietzel
  Peter Benedict   als Friedrichs Anwalt
  Peter Knaack   als Insolvenzverwalter
  Thomas Giese   als Kassierer
 
Regie:  Christian Petzold  
Buch:  Christian Petzold  
Musik:  Stefan Will  
Kamera:  Hans Fromm  
Produzent:  Florian Koerner von Gustorf  
 

Yella in der Fotoshow

 

Fassungen

 

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Features

 

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Nina Hoss

Die "Coolschaft". Sie wurde über Nacht zum Star, als im Dezember 1996 über neun Millionen Zuschauer "Das Mädchen Rosemarie" auf dem Bildschirm...

 

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Devid Striesow

Seit seinem Kinodebüt in Rainer Kaufmanns "Kalt ist der Abendhauch" im Jahr 2000 zählt Devid Striesow zu den vielbeschäftigten Film-,...