
Ein amerikanischer Cop namens Harris reist von Los Angeles nach London, um den Großdealer Fraser, dem er seit längerem auf der Spur ist, dingfest zu machen. Fraser, der auch für den Mord an zwei Gangstern verantwortlich ist, versucht in Großbritannien ein Drogenimperium aufzubauen und bedient sich dazu der Mitarbeit arbeitsloser Jugendlicher. Harris, der es gewohnt ist, sich frei zu bewegen und ohne Aufsicht zu recherchieren, kommt mit den britischen Polizeimethoden nicht zurande und steht bald als Einzelkämpfer zwischen allen Fronten.
Regisseur Danny Cannon, ein Vertreter der britischen Multiplex-Generation, inszeniert sein Leinwand-Debüt als leidenschaftliches Derivat aus Motiven der harten US-Cop-Movies. Stilistisch erinnert "Young Americans" in Tempo und Schnitt an moderne Rock-Videos, in der Stimmung an die Filme der Schwarzen Serie. Souverän wie immer agiert Harvey Keitel, der hier einmal mehr eine Variation seines "Bad Lieutenant" zum besten gibt. Ältere Semester dürften sich, schon allein wegen des ständig dröhnenden Techno-Soundtracks, mit dem kompromißlosen Polizeifilm schwer tun, die jungen, MTV-erprobten Zuschauer kommen dafür aber voll auf ihre Kosten.