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Zimt und Koriander

Griechische Komödie, die zeigt, wie das Kochen wertvolle Lektionen über das Leben lehren kann.


Zimt und Koriander

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Erhältlich seit:
28.11.2005

Originaltitel: Politiki Kouzina

Drama

Griechenland/Türkei 2003
Laufzeit: 102 Min.
FSK: o.A. (ohne Altersbeschränkung)

Georges Corraface
Ieroklis Mihailidis
Renia Louizidou

Regie: Tassos Boulmetis
AL!VE Vertriebs- und Marketing AG

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Griechische Komödie, die zeigt, wie das Kochen wertvolle Lektionen über das Leben lehren kann.

Das Leben braucht ein bisschen Würze (Foto: Alamode Film) Großansicht

Das Leben braucht ein bisschen Würze (Foto: Alamode Film)

Als der griechische Astrophysiker Fanis (Georges Corraface) erfährt, dass sein Großvater Vassilis (Tasos Bandis) erkrankt ist, macht er sich auf eine letzte Reise zu ihm in seine alte Heimat Istanbul.

Dort hatte ihm der Großvater vor Jahrzehnten anhand von Gewürzen erste Lektionen in Astronomie erteilte und deren magische und heilende Fähigkeiten erklärt. Die Idylle zerbrach jedoch, als die Türken 1964 die Griechen zwangen, das Land innerhalb einer Woche zu verlassen, und Fanis mit seiner Familie nach Griechenland ziehen musste.

Als kleiner Junge lernt Fanis viel über das Kochen (Foto: Alamode Film) Großansicht

Als kleiner Junge lernt Fanis viel über das Kochen (Foto: Alamode Film)

Bitter-süße Prise

"Zimt und Koriander" ist eine nostalgische, gemächliche Erzählung voller Gefühl und Stolz auf die eigenen Wurzeln. Humor, Sensibilität, charismatische Darsteller und eine kleine Prise Romantik sind die schmackhaften Zutaten der sinnlichen und bitter-süßen Komödie des griechischen Regisseurs Tassos Boulmetis.

Basierend auf eigenen Erfahrungen strukturiert Boulmetis, der 1957 in Konstantinopel geboren wurde und in Athen Physik studierte, den Film wie ein kulinarisches Menü mit Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise.

Zimt und Koriander

Wer glaubt, Filme über das Kochen seien ein Privileg der Franzosen wird in "Zimt und Koriander", der bewegenden Geschichte über Verlust von Heimat, Freundschaft und Liebe, eines Besseren belehrt. Seit seiner Kindheit bereitet der griechische Astrophysiker Fanis die köstlichsten Speisen zu. Gelernt hat er das bei seinem Großvater. Als der im Sterben liegt, fährt er nach Istanbul, wo die Familie einst lebte. Die Reise wird zur fast philosophischen Reflexion über das menschliche Sein.

"Damit es interessant bleibt, braucht das Leben ein bisschen Würze - wie das Essen". Diese Lektion seines Großvaters hat der arrivierte griechische Professor Fanis nicht vergessen. Auch wenn er nur noch als Hobbykoch die leckersten Gerichte kreiert, denkt er oft an die betörenden Düfte aus der Kindheit, die Mischung aus "Zimt und Koriander", den dunklen Krämerladen, in dem Säcke bunten Inhalts lagerten und er nicht nur Wissen über Kräuter erfuhr, sondern auch über Parallelen zwischen den diversen Zutaten und dem Leben, der Liebe und der Politik. Denn irgendwie hing für Opa Vassilis alles mit allem zusammen. Die Erinnerungen an Früher werden aufgefrischt, als der inzwischen über Vierzigjährige ans Sterbebett des Alten nach Istanbul eilt. Da kehren sie zurück die Bilder, die sich in seinem Kopf festgesetzt haben. Die Besuche mit dem Großvater auf dem Markt, die ersten Lebensweisheiten, Familienstreitigkeiten über die Frage wieviel Zimt in ein Hackbällchen gehört, die süßen Geheimnisse auf dem Speicher und natürlich die kleine Saime, die für ihn zwischen Knoblauchzöpfen und Chilibündeln tanzte. Doch die große Politik zerstört das kleine Glück. Nach der Zypern-Krise 1964 begannen in der Türkei die Vertreibungen, Fanis' Familie galt als griechischstämmig und musste "freiwillig" innerhalb einer Woche nach Griechenland auswandern. Für den siebenjährigen Fanis brach eine Welt zusammen, musste er Freundin und den türkischen Großvater zurücklassen. 35 Jahre später lässt der Erwachsene noch einmal sein Leben Revue passieren und fragt, ob er ihm wirklich genug Würze gegeben hat.

"Zimt und Koriander" ist eine nostalgische und gemächliche Erzählung voller Gefühl, subtilem Humor und Stolz auf die eigenen Wurzeln und auch darüber, wohin man gehört. Basierend auf eigenen Erfahrungen strukturiert Regisseur Tassos Boulmetis, der 1957 in Konstantinopel geboren wurde und in Athen Physik studierte, den Film wie ein kulinarisches Menü mit Vorspeise (Vergangenheit Anfang der 60er Jahre), Hauptgericht (das neue Leben mit allen Schwierigkeiten als ausgegrenzte "Konstantinopoliten" in Griechenland) und Nachspeise (der Besuch im heutigen Istanbul und das Treffen bei der Beerdigung des Großvaters mit der inzwischen verheirateten Saime). Lebensfreude, Entdeckerlust, zarte Liebe und leises Bedauern sind die Zutaten für dieses Cineasten-Schmankerl, an dessen Ende der Abschied steht, aber nicht Traurigkeit die Oberhand gewinnt, sondern Hoffnung und die lapidare Erkenntnis, dass alle Gegenwart aus der Vergangenheit resultiert. Der erfolgreichste griechische Film aller Zeiten, als "mediterrane Antwort" auf "Bittersüße Schokolade" gelobt, schlug im Heimatland Blockbuster wie "Findet Nemo", stand sieben Wochen hintereinander auf Platz 1. Das wird zwar bei uns nicht passieren, aber einen Erfolg im Arthouse-Sektor sollte diese zärtlich-melancholische Komödie verzeichnen. mk.

Darsteller:  Georges Corraface   als Fanis Iakovidis
  Ieroklis Mihailidis   als Savvas Iakovidis
  Renia Louizidou   als Soultana Iakovidou
  Stelios Mainas   als Onkel Emilios
  Tamer Karadagli   als Mustafa
  Tasos Bandis   als Großvater Vassilis
  Markos Osse   als Fanis, 8 Jahre
  Basak Koklukaya   als Saime
  Thodoros Exarchos   als Doktor
  Yannis Firios   als Freund von Großvater
  Pavlos Orkopoulos   als Polizeigeneral
  Odysseas Papaspiliopoulos   als Fanis Iakovidis, 20 Jahre
  Athinodoros Prousalis   als Freund von Großvater 2
  Mimis Thiopoulos   als Freund von Großvater 3
  Ersi Malikenzou  
  Kakia Panagiotou  
  Mikhalis Yannatos  
 
Regie:  Tassos Boulmetis  
Buch:  Tassos Boulmetis  
Musik:  Evanthia Reboutsika  
Kamera:  Takis Zervoulakos  
Produzent:  Lily Padopoulos  
  Artemis Skouloudi  
 

Zimt und Koriander in der Fotoshow

 

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