Julia Roberts kocht die Emotionen hoch in einer dramatischen Familiengeschichte: großes Kino der Gefühle.
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Michael denkt an alte Zeiten zurück (Foto: Senator)
Michael denkt an alte Zeiten zurück (Foto: Senator)
Vielleicht ist Dennis Lees "Zurück im Sommer" einer der mutigsten Filme der letzten Monate. Auf äußerst sensible Weise wagt der preisgekrönte Regisseur etwas, was sich im Zeitalter postmoderner Ironie selten einer traut: echte, große Gefühle auf die Leinwand zu bringen. Die zwei Generationen umspannende Geschichte einer zerrissenen Familie, die durch eine Tragödie eine neue Chance erhält, ist ein klassischer Stoff für großes Kino.
Dennis Lee spinnt daraus eine ebenso feinsinnige wie bewegende Handlung, meidet falsche Sentimentalität und fügt seine Erzählstränge mit stilsicherer Präzision ineinander. Da ist der erfolgreiche Schriftsteller Michael Taylor (Ryan Reynolds), der zu einer Familienfeier in sein Heimatstädtchen in der US-Provinz zurückkehrt.
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Lisa beschützt ihren Sohn (Foto: Senator)
Lisa beschützt ihren Sohn (Foto: Senator)
Neue Konfrontation
Kurz vor seiner Ankunft wird seine Mutter Lisa (Julia Roberts) in einen Unfall verwickelt. Die Tragödie lässt alte Familienkonflikte wieder aufbrechen und konfrontiert Michael mit Erinnerungen an einen unheimlichen Sommer und seinen übermächtigen, ungerechten Vater, dessentwegen die Mutter fast die Familie verlassen hätte. Ein Sommer, der einen Schatten auf sein Leben als Erwachsener wirft...
Bemerkenswert, dass Lee die Motive seiner Figuren nicht mit billiger Küchenpsychologie ausbreitet, sondern dem Zuschauer die letzte Deutung überlässt - eine Ausnahmeerscheinung in der Ära vorhersehbarer Blockbuster.
Ein ungewöhnlich ehrlicher und bewegender Film, der eine der hochkarätigsten Besetzungen des Jahres aufweist. Ob Julia Roberts oder Teeniestar Hayden Panettiere, Willem Dafoe, Carrie-Anne Moss oder Emily Watson: Soviele Stars können nicht irren.