DVD Leihvideo

Zusammen - Together!

Humorvoller, satirischer und warmherziger Blick auf das schwedische Kommunenleben Mitte der siebziger Jahre.


ohne Abbildung

Leihvideo

Erhältlich seit:
08.11.2001

Originaltitel: Tillsammans

Komödie/ Drama

Schweden/Dänemark/Italien 2000
Laufzeit: 102 Min.
FSK: ab 12

Lisa Lindgren
Michael Nyqvist
Gustaf Hammarsten

Regie: Lukas Moodysson
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Zusammen - Together!

Kopenhagen im Jahre 1975. Um den Gewalttätigkeiten ihres Mannes zu entkommen, flüchtet Elisabeth mit ihren Kindern zu ihrem unkonventionellen Bruder Göran. Der lebt nämlich in einer Kommune, wo die Durchschnitts-Hausfrau mit einer völlig neuen Lebensweise konfrontiert wird. Man diskutiert über Politik, praktiziert freien Sex, pflanzt Gemüse an und trinkt eine Menge Rotwein. Der Aufeinanderprall der verschiedenen Welten löst eine Kette von seltsamen Ereignissen aus, an deren Ende nichts mehr so ist wie es einmal war.

In seinem zweiten Spielfilm nach dem viel gerühmten "Raus aus Amal" erinnert sich der schwedische Regisseur Lukas Moodysson an vergangene Hippie-Zeiten, die er weder verklärt noch verdammt. Vielmehr erzählt er witzig, ja geradezu rotzfrech und warmherzig, manchmal satirisch, aber vor allem hinreißend ehrlich von den Schwierigkeiten des Zusammenlebens. So gelingt ihm die perfekte Kombination aus Komödie und dramatischen Elementen, die nicht nur bei Anhängern der 68er Generation auf Begeisterung stoßen wird.

Zusammen - Together!

Eine perfekte Koalition von Komödie und Drama gelingt Lukas Moodysson mit seiner Bestandaufnahme der Problematik menschlichen Zusammenlebens, die er in einer skandinavischen Kommune der siebziger Jahre mit großem Witz, aber auch ebensolcher Sensibilität zum Vergnügen des Zuschauers nacherleben lässt. Moodysons Nachfolger für "Raus aus Amal", sein bezauberndes Porträt vom Erwachsenwerden, hat Unterhaltungspotenzial und verdient über den Status eines Geheimtipps hinaus ein Publikum jenseits der 300.000 Zuschauer-Marke.

General Franco ist tot, und die Kommune von Göran tobt im Rausch ersehnter Faschistentilgung. Mit dieser Zeitbestimmung (1975) eröffnet der schwedische Autor und Regisseur seine hinreißenden Beobachtungen in einer Kommune, die der Welt kritisches Bewusstsein, Freiheit in Gedanken, Gefühlen und Körperlichkeit vorleben will. Äußerlich und innerlich versammeln sich hier im besten Sinne Durchschnittsmenschen, die jede Distanz zum Zuschauer sofort auflösen. Mit Liebe, aber auch ausgesprochen frech zeichnet Moodysson die Atmosphäre jener Tage nach - den ökologischen Fanatismus, der Legosteine nur aus Holz toleriert, den politischen Linksidealismus, der an die Tet-Offensive des Vietcong wehmütig in Kindernamen erinnert, die sexuelle Befreiung, die spontane Experimente auch unter den Geschlechtern ermöglicht. Offenheit und Unverkrampftheit prägen diesen Film, aber auch die Erkenntnis, das bei der Realisierung von Idealen gerade im zwischenmenschlichen Bereich die menschliche Natur bremst. Die seelische Verletzungsgefahr in Beziehungen ist dominanter als der Wunsch zu tolerieren, wie Göran erfahren muss, dessen Partnerin gerne auch mal tauscht. Freie Liebe ist bei Moodysson eine Illusion, die Liebe selbst aber nicht. Wir sehen sie zart angebahnt bei zwei Teenagern und perforiert bei Görans Schwester, die ihren trinkenden und mitunter prügelnden Mann verlassen hat und mit ihren Kindern nun das Kommunenleben probt. Die Komplexität der Kinder und Erwachsene gleichermaßen überwältigenden Gefühle beobachtet Moodysson mit beachtlicher Sensibilität, ohne Optimismus oder Humor zu verlieren. Wie im skandinavischen Kino gewohnt, sind alle Darstellerleistungen von beeindruckender Intensität und Natürlichkeit, unterstützt von einer "dogmatischen" Handkamera, die wie das Kommunenleben frei ist, aber doch auf Schwindelgefühle Rücksicht nimmt. Der rotzfreche Humor allerdings kennt weder Grenzen noch Berührungsängste und erinnert in seinen besten Momenten an Monty Python, wenn Kommunenkinder schon mal Folter bei Pinochet nachspielen dürfen. Bravo! kob.

Darsteller:  Lisa Lindgren   als Elisabeth
  Michael Nyqvist   als Elisabeth's Ehemann Rolf
  Gustaf Hammarsten   als Goran
  Anja Lundqvist   als Lena
  Jessica Liedberg   als Anna
  Ola Rapace   als Lasse
  Shanti Roney   als Klas
  Sam Kessel   als Stefan
 
Regie:  Lukas Moodysson  
Buch:  Lukas Moodysson  
Kamera:  Ulf Brantås  
Produzent:  Lars Jönsson  
 

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